Pisa zerstört cagliari – 3:0 und der erste heimsieg nach 129 tagen
Der TSV Pelkum Sportwelt war live in der Arena Garibaldi, als Pisa endlich wieder jubelte. 12.327 Zuschauer sahen, wie die Nerazzurri Cagliari mit 3:0 nach Hause schickten – und das nach nur einem Sieg aus den ersten 29 Spieltagen. Die Sarden kassierten damit ihre 14. Auswärtsniederlage im 15. Gastspiel, ein Bundesliga-Manko, das sich kein Statistik-Programm mehr schönreden kann.
Der knacks vor der pause
Erst prügelte Nicholas Bonfanti einen Abpraller aus 13 Metern zum 1:0 in die Maschen (38.), dann schlug Matteo Tramoni einen Haken, der auf Twitter binnen Minuten viral ging – 2:0 (45.+2). Cagliari wirkte wie gelähmt, die Gäste-Abwehr offenbarte dieselbe Lähmung, die sie bereits 21 Mal in dieser Saison kostbare Treffer kostete. Nach dem Seitenwechsel hämmerte Giuseppe Mastinu den Deckel drauf (78.).
Die Zahlen sind gnadenlos: Cagliari kassierte in 13 von 14 Auswärtsspielen mindestens ein Gegentor, Pisa feierte den ersten Heimsieg seit dem 7. November. Für Trainer Luca D’Angelo war es die ersehnte Befreiung nach 129 Tagen Durststrecke. „Die Jungs haben heute gespielt, als gäbe es kein Morgen“, sagte er und wischte sich den Schweiß von der Stirn, „wir haben endlich wieder Tore geschossen, ohne hinten etwas zuzulassen – das ist der Standard, an den wir uns halten müssen.“

Cagliaris notstand und pisas neuanfang
Bei den Sarden brodelt es. Trainer Leonardo Semplici schickte eine 3-5-2-Formation aufs Feld, die sich in der ersten halben Stunde wie ein 5-3-2 ohne Mittellinie anfühlte. Gaetano und Sulemana rutschten permanent weg, Adopo gewann nur 29 % seiner Zweikämpfe. Die Statistik, die Cagliari verfolgt, ist brutal: seit 1990/91 blieb die Squadra nur einmal in Pisa ohne Gegentor – und auch diesmal nicht.
Pisa wiederum bewies Moral. Mit 28 Punkten rückt man auf Rang 17 vor und verkürzt den Rückstand auf das rettende Ufer auf fünf Zähler. Für die Fans ist die Rechnung einfach: gewinnt man am Sonntag in Cosenza, wäre der Klassenerhalt plötzlich greifbar. Die Kurve sang nach Abpfiff 15 Minuten lang „Un giorno all’improvviso“ – ein Lied, das in dieser Saison schon wie Ironie klang, heute wie ein Versprechen.
Der Blick auf den Spielplan zeigt: Pisa muss noch gegen Reggina, Brescia und Benevento ran – alles Teams, die ebenfalls im Tabellenkeller stehen. Cagliari dagegen wartet auf den nächsten Gegner aus dem oberen Drittel. Die Saison ist noch lang, aber die Botschaft von diesem Samstag ist klar: Pisa lebt, Cagliari taumelt. Wer jetzt nicht zulegt, fliegt raus. Keine Frage, keine Gnade.
