Pirovano schlägt erneut – aicher patzt im ziel und muss jetzt jagen
Laura Pirovano hat Emma Aicher im Kampf um die Abfahrtskugel mit einem weiteren Hundertstel-Krimi in Val di Fassa in die Defensive gedrängt. Die Italienerin gewann auch die zweite Abfahrt – und schickt die DSV-Star mit 28 Punkten Rückstand ins norwegische Finale.
Die 22 Punkte, die Aicher auf Mikaela Shiffrin im Gesamtweltcup gutmachte, zählen kaum. Denn die kleine Kristallkugel rutschte ihr durch einen „dummen Fehler“ aus den Fingern. „Es ist nicht zu Ende, bis alle Rennen gefahren sind“, sagte sie beim ZDF – aber ihre Stimme klang nach Wut, nicht nach Zuversicht.
Der fehler, der alles kostete
Bei strahlendem Blau rutschte Aichers Ski minimal aus, genug, um aus Top-3 auf Rang zwölf zu fallen. Erstmals seit neun Abfahrten verpasste sie die Top-Ten. Wolfgang Maier, DSV-Sportvorstand, versuchte zu beschwichtigen: „Die Kugel kann man nicht erzwingen.“ Tatsächlich ist Aicher nun Jägerin – und das kann Druck erzeugen, den Pirovano noch nie spüren musste.
Kira Weidle-Winkelmann rutschte trotz Startnummer 5 auf Rang fünf und sagt mit 85 Punkten Rückstand praktisch Tschüss zur Disziplinwertung. Cornelia Hütter ist mit 92 Punkten ebenfalls raus. Für Lindsey Vonn ist die Saison nach ihrem Olympia-Sturz ohnehin vorbei.

Kvitfjell wird zur schicksalsabfahrt
Am 21. März in Norwegen geht alles oder nichts. Pirovano hat die Nerven, Aicher muss sie jetzt zwingen. Die Italienerin hat in dieser Saison bewiesen, dass sie auch unter Zug gewinnt – zweimal um einen einzigen Hundertstel. Die Frage ist nicht, ob Aicher kann, sondern ob sie es in einem einzigen Rennen schafft, die Lücke zu schließen, die Pirovano mit zwei Atemzügen Vorsprung aufgebaut hat.
