Phantomtor in hagen: dhb entschuldigt sich – protest angekündigt
Skandal in der 2. handball-bundesliga
Am Freitagabend sorgte ein folgenschwerer Fehler am Kampfgericht beim Spiel zwischen demVfL Eintracht Hagen und dem TuS Ferndorf für Aufsehen. Den Gästen wurde ein Treffer zum 23:23 (42. Minute) zugesprochen, der so nie gefallen war – ein sogenanntes Phantomtor. Der VfL Hagen wird gegen die Spielwertung protestieren, wie SPORT BILD berichtete.

Umfangreiche stellungnahme aus hagen
Nachdem der VfL Eintracht Hagen am Samstag eine detaillierte und kritische Stellungnahme veröffentlicht hatte, hat nun auch der Deutsche Handballbund (dhb) reagiert. Der dhb ist für die Schiedsrichter und das Kampfgerichtspersonal verantwortlich. Die Situation hat für große Empörung gesorgt und wirft Fragen nach der Qualitätssicherung im Schiedsrichterwesen auf.
Dhb entschuldigt sich öffentlich
Jutta Ehrmann, die Leiterin des dhb-Schiedsrichterwesens, erklärte: „Seitens des DHB-Schiedsrichterwesens bedauern wir, dass die Situation nicht richtig erkannt wurde, und das gilt insbesondere für alle am Spielfeldrand mit der Leitung dieser Partie verantwortlichen Personen.“ Damit bezieht sich der DHB auf die drei Verantwortlichen am Tisch: Irmgard Quickert (Zeitnehmerin), Christine Paap (Sekretärin) und Ronald Klein (technischer Delegierter).
Interne aufarbeitung und sportlicher umgang
Der DHB kündigte eine umfassende interne Aufarbeitung an und wünscht sich gleichzeitig einen „sportlich-fairen Umgang miteinander“. Dieser Appell könnte sich auf die Reaktion des VfL Hagen beziehen, der auf seiner Homepage ein Frontal-Foto der drei Kampfrichter veröffentlicht hatte. Ein Verhalten, das dem Verband offenbar nicht gefällt.
Chronologie des fehlentscheidung
Bereits kurz nach dem Phantomtor bemerkte Hallensprecher Dirk Wegener den Fehler. Er versuchte zweimal, das Kampfgericht darauf hinzuweisen, wurde aber – laut Augenzeugen – „überaus rüde“ abgewiesen. Auch der Co-Trainer von Eintracht Hagen, Valentin Schmidt, der eine persönliche Statistik führte, versuchte vergeblich, auf den Fehler aufmerksam zu machen. Ihm wurde mitgeteilt, dass die Angelegenheit nach dem Spiel geklärt werde.
Rechtliche schritte und mögliche konsequenzen
Der VfL Eintracht Hagen hat den erfahrenen Sportrechtler und Handball-Spezialisten Helge-Olaf Käding (Minden) mit dem Fall beauftragt. Grundlage dafür ist Paragraph 34 der DHB-Rechtsordnung, der einen spielentscheidenden Regelverstoß von Zeitnehmer oder Sekretär vorsieht. Als mögliche Konsequenz steht ein Wiederholungsspiel im Raum. Der Fall wird die Diskussion um die Qualitätssicherung im Handball weiter befeuern.
Die beteiligten im überblick
- VfL Eintracht Hagen: Heimteam, Protest angekündigt
- TuS Ferndorf: Gastteam, profitiert vom Phantomtor
- Deutscher Handballbund (DHB): Verantwortlich für Schiedsrichter und Kampfrichter
- Irmgard Quickert: Zeitnehmerin
- Christine Paap: Sekretärin
- Ronald Klein: Technischer Delegierter
