Peter müller: der niedergang des deutschen eisschnelllaufs – ein verband am abgrund?
- Peter müller: der niedergang des deutschen eisschnelllaufs – ein verband am abgrund?
- Vernichtendes urteil über matthias große
- Finanzielle unregelmäßigkeiten und fehlende kommunikation
- Ein klima der angst innerhalb des verbandes
- Kritik an pechstein und große
- Rücktritt gefordert und politische konsequenzen
- Reaktion des verbandes und ausblick
Peter müller: der niedergang des deutschen eisschnelllaufs – ein verband am abgrund?
Der ehemalige Bundestrainer des deutschen Eisschnelllaufverbandes (DESG), Peter Müller, erhebt scharfe Vorwürfe gegen den aktuellen PräsidentenMatthias Große. In einem Interview mit der ARD spricht Müller von einem "Tod des deutschen Eisschnelllaufs" und kritisiert die Führung des Verbandes aufs Schärfste. Die Situation innerhalb der DESG scheint zunehmend kritisch zu werden.
Vernichtendes urteil über matthias große
Matthias Große, der 2020 das Amt des Präsidenten übernahm, habe große Versprechungen gemacht, die jedoch in keiner Weise erfüllt wurden. "Davon ist die DESG Lichtjahre entfernt. Im Gegenteil, vieles ist nur noch schlimmer geworden", so Müller. Ihm fehle es an Fairness und Empathie, was die Situation für Athleten und Trainer unerträglich mache.

Finanzielle unregelmäßigkeiten und fehlende kommunikation
Müller, der von Anfang 2021 bis 2024 als Bundestrainer tätig war, berichtet von einer nahezu nicht existierenden Kommunikation innerhalb des Verbandes. Er bestätigte Berichte über nicht ausbezahlte Prämienzahlungen an Athleten und finanzielle Unregelmäßigkeiten. "Ich habe mich bemüht, die Dinge bei der DESG-Führung ins Lot zu bringen, aber es war vergeblich.", so Müller.

Ein klima der angst innerhalb des verbandes
Der ehemalige Trainer beschreibt ein "schreckliches Klima der Angst", in dem sich Athleten nicht trauten, Missstände anzusprechen. Angst vor Repressalien habe dazu geführt, dass Probleme unter den Teppich gekehrt wurden. Dies habe die Entwicklung des deutschen Eisschnelllaufs massiv behindert.

Kritik an pechstein und große
Müller kritisiert auch die Rolle von Claudia Pechstein, die nach seinem Eindruck gemeinsam mit Matthias Große nur ihre eigenen Interessen verfolgte. "Große und Pechstein taten nach meinem Eindruck immer nur das, was sie wollten und was ihnen persönlich gerade gelegen kam, ohne Rücksicht auf andere." Die Trennung von Müller am Ende der Saison 2024 habe er bis heute nicht nachvollziehen können.

Rücktritt gefordert und politische konsequenzen
Der ehemalige Bundestrainer sieht die aktuelle Situation als "wahre Schande" an und fordert Konsequenzen. Die jüngsten Berichte über Missstände im DESG haben auch die Politik auf den Plan gerufen. Das Bundeskanzleramt kündigte eine Untersuchung an. Zudem prüfen Athletenvertretung juristische Schritte gegen den Verband, insbesondere in Bezug auf die Praxis der "Teilnahmegebühren" für Wettkämpfe.

Reaktion des verbandes und ausblick
Matthias Große und Claudia Pechstein reagierten auf die ARD-Berichterstattung mit einem anwaltlichen Schreiben und kündigten eine Stellungnahme an. Große hat eine Pressekonferenz für Donnerstag einberufen, um sich zu den Vorwürfen zu äußern. Die Zukunft des deutschen Eisschnelllaufs hängt davon ab, ob die Missstände aufgeklärt und behoben werden können. Die Glaubwürdigkeit des Verbandes steht auf dem Spiel.
