Pesic vor abschied: barcelona-gespür und die unausgefüllte lücke
Svetislav Pesic steht vor seinem letzten Tanz in der EuroLeague – ein Duell gegen Barcelona, das für den 76-jährigen Coach eine ganz besondere Bedeutung hat. Nicht nur, weil es sein Abschiedsspiel ist, sondern auch, weil die katalanische Metropole für ihn untrennbar mit einem der größten Erfolge seiner Karriere verbunden ist.
Die rückkehr nach barcelona: mehr als nur ein spiel
„Ich kann nicht sagen, dass dieses Spiel wie jedes andere ist“, betonte Pesic, dessen Name untrennbar mit dem FC Barcelona verbunden ist. Der Gewinn der EuroLeague 2003, als er ein Star-Ensemble um Juan Carlos Navarro, Dejan Bodiroga und Sarunas Jasikevicius zum Triumph führte, ist für ihn ein unvergesslicher Moment. „Ich habe mich dort immer wie zu Hause gefühlt“, so Pesic, der im internationalen Basketball nahezu alles gewonnen hat – von Titeln mit Vereinen bis hin zu Welt- und Europameisterschaften mit Nationalteams.
Doch trotz seiner beeindruckenden Karriere gibt es eine unausgefüllte Lücke: „Olympisches Gold ist der einzige Titel, der mir noch fehlt.“ Besonders schmerzhaft war die knappe Niederlage gegen die USA mit Serbien, bei der die Chance auf den ersehnten Titel knapp vergeben wurde. „Wir hatten eine große Chance, sie zu schlagen, aber wir haben in den letzten zwei Minuten verloren.“

Ein coach mit prinzipien: pesic' haltung zur trainerschaft
Pesic ist bekannt für seine direkte Art und scheut sich nicht, auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen. „Ich bekomme nie Angebote, wenn alles gut läuft. Man ruft mich immer, wenn es Probleme gibt“, so der erfahrene Coach, der betont, dass ein Trainer Verantwortung übernehmen muss – auch für Entscheidungen, die nicht populär sind. Der Fall der Trennung von Club-Legende Juan Carlos Navarro im Jahr 2018 ist ein Beispiel dafür: „Ich habe ihm gesagt: Du kannst noch zehn Jahre spielen. Aber für den Klub ist es besser, wenn du aufhörst.“

Die zukunft des europäischen basketballs: eine mahnung an die verantwortlichen
Neben dem Blick zurück äußerte Pesic auch grundsätzliche Kritik an der Entwicklung des europäischen Basketballs. Er fordert mehr Geduld und langfristige Investitionen, anstatt auf kurzfristige Erfolge zu setzen. „Wie sollen wir junge Spieler halten? Nur, indem wir ihnen Chancen geben“, mahnt er. Eine NBA-Expansion nach Europa sieht er skeptisch: „Bis ich 90 bin, wird die NBA hier nicht spielen.“
Das Spiel gegen Barcelona wird zweifellos ein emotionaler Abschied für Svetislav Pesic. Doch seine Worte und sein Wirken werden noch lange in der Welt des Basketballs nachwirken. Denn ein Coach, der seine Prinzipien verteidigt und sich nicht scheut, unbequeme Wahrheiten auszusprechen, ist selten. Er verlässt die Bühne mit dem Wissen, eine Ära im europäischen Basketball geprägt zu haben, auch wenn die goldene Medaille fehlt.
