Pesic enthüllt: warum er 1993 fast die em-bühne verließ!
Svetislav Pesic, Basketball-Legende und frischgebackener Autor seiner Autobiografie „Svetislav Pesic. Immer weiter“, hat im exklusiven Sport1-Interview pikante Details aus seiner Karriere gelüftet. Der 76-Jährige spricht offen über seinen überraschenden Rückzug zu den Bayern, die Bedeutung des FC Bayern für ihn und die turbulenten Momente vor dem EM-Titelgewinn 1993 – inklusive eines Schicksalsalters, in dem er fast seine Trainerlaufbahn beendete.
Die zerreißprobe in bad griesbach: welps ankunft und pesics entscheidung
Die Geschichte um Christian Welps späte Anreise zum Trainingslager vor der EM 1993 in München ist legendär. Der damals in der NBA spielende Welp hatte angekündigt, erst später einzutreffen, was Pesic fundamental in Frage stellte. „Ich habe gesagt: Das kommt nicht infrage. Kein Spieler ist wichtiger als die Mannschaft!“ Das DBB-Präsidium drängte jedoch auf seine Beteiligung. Pesic, kurz davor, alles hinzuschmeißen, fuhr nach einem Gespräch mit Branimir Volfer zurück ins Trainingslager. „Er hat mir gesagt: Wenn Sie ein sehr guter Trainer werden wollen, müssen Sie ab und zu ordentlich einstecken können.“
Die Lösung kam durch die Mannschaft: Hansi Gnad und Armin Andres überzeugten Pesic, Welp zu integrieren. „Wenn ihr ihn braucht, ist das eure Entscheidung, und dann brauche ich ihn als euer Trainer auch.“ Welp, der anfangs schwach spielte, traf im Finale den entscheidenden Wurf – ein Moment, den Pesic so nicht vergessen wird. „Gott sei Dank war er da und wir sind Europameister geworden.“

Jokic: mehr als nur talent
Pesic lobt Nikola Jokic nicht nur für sein außergewöhnliches Talent, sondern vor allem für seine Teamfähigkeit. „Nikola ist der beste Mannschaftsspieler. Er macht alle besser.“ Seine Vorbereitung, mit mindestens einer halben Stunde Kraft- und Individualtraining vor jedem Training, zeige seinen unbedingten Willen, immer besser zu werden. „Um heutzutage immer der Beste sein zu können, braucht man einfach diese uneingeschränkte Arbeitseinstellung.“

Die zukunft des fc bayern: kontinuität und jugendarbeit
Zurück beim FC Bayern betont Pesic die Bedeutung des Vereins für ihn: „Der Verein hat einen unheimlich großen Stellenwert. Bei keinem anderen Angebot wäre ich wieder zurückgekommen.“ Er sieht das Bayern als eine der besten Organisationen im europäischen Basketball, beklagt aber den Verlust talentierter Spieler, die bei anderen Vereinen lukrativere Angebote erhalten. „Deswegen fehlt es uns oft an Kontinuität.“
Die Lösung sieht Pesic in einer noch besseren Jugendarbeit und dem Ausbau eines Performance-Zentrums, das 2028 fertiggestellt werden soll. „Bayern München muss in die Situation kommen, dass man immer ums Final Four kämpft.“ Pesic wird zwar in Zukunft kein Trainer mehr sein, doch er verspricht, dem Verein auch weiterhin in anderer Funktion zur Seite zu stehen. Sein Vermächtnis: „Immer weiter, egal wie.“
