Pépé erlöst elfenbeinküste: doppelpack sichert wm-ticket
Die jungen Wilden der Elfenbeinküste hatten bei dieser Weltmeisterschaft ihr Debüt, voller Hoffnung und jugendlichem Elan. Namen wie Yan Diomande und Amad Diallo sorgten für Aufsehen – doch am Ende war es ein alter Hase, der die entscheidende Stunde schlug. Nicolas Pépé, der französisch-ivorische Angreifer, katapultierte sein Team mit einem Doppelpack gegen Curazao in die K.o.-Runde und scheint endgültig Frieden mit sich selbst geschlossen zu haben.
Die odyssee eines talentierten stürmers
Pépé, geboren 1995 in Mantes-la-Jolie, wählte bewusst die ivorische Nationalmannschaft, trotz seiner Wurzeln in Frankreich. Ein Entschluss, der ihn auf eine Achterbahnfahrt durch die Fußballwelt führte. Seine Zeit beim Angers, gefolgt von einem Blitztransfer für 18 Millionen Euro zum Lille, markierte den Beginn einer beeindruckenden Karriere in der Ligue 1. 14 Tore und vier Assists im ersten Jahr, gefolgt von 23 Treffern und zwölf Vorlagen im zweiten – Pépé etablierte sich als einer der begehrtesten Spieler Frankreichs.
Der Wechsel zum Arsenal für die stolzen 80 Millionen Euro, damals ein Vereinsrekord, sollte der nächste Karriereschritt werden. Doch unter Unai Emery und später Mikel Arteta fand der Angreifer nie wirklich Anschluss. Bukayo Sakas Aufstieg aus der Jugendabteilung verdrängte Pépé aus der Stammelf, und die Erwartungen blieben unerfüllt. Eine Leihe nach Nizza und schließlich die Trennung als Free Agent bei Trabzonspor ließen seine Karriere ins Stocken geraten.
Die zweite Chance im Villarreal-Trikot gab Pépé den Auftrieb, den er benötigte. Mit Leidenschaft und Hingabe revanchierte er sich für das verlorene Vertrauen.

Heldenstunde gegen curazao
Nachdem er bei der Afrikameisterschaft 2024 zwar teilgenommen hatte, aber nur eine Nebenrolle spielte und für die darauffolgende Ausgabe aus persönlichen Gründen nicht berücksichtigt wurde, kehrte Pépé gegen Ecuador und Deutschland in die Startelf zurück. Doch gegen Curazao zeigte er seine beste Leistung seit langem. Mit einem Doppelpack, dem zweiten für die Elfenbeinküste nach Aruna Dindane im Jahr 2006, sicherte er seinem Team den Einzug in die nächste Runde. „Es war einer der besten Abende meiner Karriere“, gestand Pépé nach dem Spiel, in dem er zum Mann des Spiels gewählt wurde.
Trainer Emersé Faé zeigte sich begeistert: „Wir hatten nie Zweifel an dem, was er uns bringen konnte.“ Pépés Weg war alles andere als geradlinig, doch mit Leidenschaft und Entschlossenheit hat er bewiesen, dass er noch immer zu Höchstleistungen fähig ist. Die Elfenbeinküste kann sich glücklich schätzen, einen erfahrenen und nunmehr selbstbewussten Nicolas Pépé in ihren Reihen zu haben. Seine Geschichte ist ein Beweis dafür, dass zweite Chancen existieren – und dass man niemals aufgeben sollte.
