Pellizzari: „giro-startnummern werde ich verbrennen – das war die hölle!
Rom – Giulio Pellizzari hat nach dem Giro d’Italia mit ungewöhnlicher Härtebilanz gezogen. Der junge Sprinter von Red Bull-Bora-Hansgrohe kündigte an, seine Startnummern zu verbrennen, um die schmerzhaften Erinnerungen an das Rennen zu tilgen. Ein drastisches Statement nach drei Wochen, die ihn sportlich und körperlich an die Grenzen trieben.

Einziger trost: unterstützung für hindley
Der 22-Jährige war zu Beginn der Rundfahrt mit zwei Etappensiegen und dem Gesamtsieg bei der Tour of the Alps als einer der großen Favoriten gehandelt worden. Gemeinsam mit Jai Hindley sollte er die Hoffnungen von Bora-Hansgrohe in die italienische Hauptstadt tragen. Doch die Realität sah anders aus. Gesundheitliche Probleme bremsten Pellizzari immer wieder aus, und besonders die dritte Woche wurde zur Tortur.
Schon auf der 16. Etappe verlor er satte 18 Minuten und rutschte im Gesamtklassement weit ab. Anstatt selbst um eine vordere Platzierung zu kämpfen, konzentrierte er sich darauf, seinen Teamkollegen Hindley im Kampf um das Podium zu unterstützen. Eine Aufgabe, die er gewissenhaft erfüllte, wie seine entscheidende Rolle in der Ausreißergruppe auf der 19. Etappe zeigt.
„Ich bin stolz, es bis nach Rom geschafft zu haben – besonders, wenn man bedenkt, wie sehr ich in den vergangenen Tagen gelitten habe“, erklärte Pellizzari nach dem Rennen. „Das war das Rennen, in dem ich am meisten gelitten habe.“ Die Zahl spricht eine deutliche Sprache: Pellizzari beendete den Giro am Ende 58 Minuten hinter dem Sieger und auf dem 28. Platz. Ein bitterer Rückschlag für den jungen Italiener.
Doch Pellizzari blickt nach vorn. „Ich hoffe, dass mir dieses Rennen hilft, zu wachsen und reifer zu werden“, sagte er. „Ich brauche Zeit, um das alles zu verarbeiten.“ Ob die Ankündigung, die Startnummern zu verbrennen, mehr als nur leere Worte ist, bleibt abzuwarten. Fest steht: Giulio Pellizzari wird sich an diesen Giro d’Italia noch lange erinnern – und er wird alles daran setzen, im nächsten Jahr stärker zurückzukommen.
