Pelkum-schock: wirbel ums hoftor, prügelprozess startet
Kurz vor dem Pflichtspielauftakt der TSV Pelkum steht ein Spieler wegen Körperverletzung vor Gericht – und der Verein schweigt.
Das hoftor, das alles auslöste
Es sollte ein harmloser Abend werden. Nach dem Training trafen sich drei Akteure im Hof des Sportheims, ein Tor aus alten Holzbrettern, eigentlich nur Dekoration. Doch als Nachwuchsstürmer Lars Bentrup seinen Mitspieler Mats Kronen nach einem Scherz ein Stück zu heftig an die Wand drückte, knallte Kronens Kopf gegen die Latte. Blut, ein Riss im Jochbein, zwei Wochen Pause – und eine Anzeige.
Staatsanwalt Svenja Röhr sieht gefährliche Körperverletzung, keine Bagatelle. „Wir reden hier nicht über ein Foul auf dem Platz, sondern über eine Attacke in der Kabine, wo kein Schiedsrichter die Distanz wahrt“, sagt sie. Die Verteidigung argumentiert: bloßer Stoß, kein Schlag, keine Waffe. Am Montag beginnt der Prozess am Amtsgericht Münster.

Warum der verein die lippen verschließt
Trainer Dennis Eilhoff und Manager Markus Kremer verweisen auf „laufende Ermittlungen“, wollen sich aber nicht festlegen. Die Pressestelle schickt einen Standard-Satz: „Wir setzen auf fair play und Sportlichkeit, alles Weitere klärt das Gericht.“ Dabei könnte der Fall weitreichende Folgen haben. Bentrup war als Joker für die zweite Liga-Partie gegen Holzwickede eingeplant, nun droht ihm eine Sperre – und möglicherweise eine Haftstrafe.
Die Mannschaft steht unter Druck. Nach drei Siegen in der Vorbereitung wollte Pelkum endlich oben mitspielen, doch intern kocht die Stimmung. Teamsprecher Nico Weller sagt: „Wir sind Profis, müssen zwischen Feld und Freizeit trennen. Trotzdem nagt der Vorfall an uns.“

Die daten, die niemand leugnet
Zeitpunkt: 22:37 Uhr, 12. Juli 2026. Ort: Kabine 2, TSV-Pelkum-Sportheim. Zeugen: fünf Mitspieler, zwei Fitnesstrainer. Video: Die Überwachungskamera am Flur zeigt, wie Bentrup Kronen rückwärts gegen die Wand stößt – doch der entscheidende Moment ist durch die offene Tür nicht zu sehen. Die Staatsanwaltschaft fordert acht Monate auf Bewährung, die Verteidigung Freispruch.
Die Strafkammer will vor dem Dienstag urteilen, einen Tag vor dem Liga-Spiel gegen SC Verl II. Sollte Bentrup verurteilt werden, winkt neben einem Arrest auch ein Vertrag-Rücktritt. Sponsor WestfalenApotheke hat bereits signalisiert, bei Gewaltdelikten „null Toleranz“ zu üben. 150 000 Euro Jahresbudget stehen auf dem Spiel.
Ende offen? Für Bentrup, für Pelkum, für den Klassenerhalt. Die Richterin wird sprechen – und der Ball liegt wieder auf dem Rasen, nicht im Gerichtssaal.
