Pedersen fehlt an der riviera – lidl-trek verliert sein frühjahrsgesicht

Die “Classicissima” ohne ihren dänischen Kampfhund: Mads Pedersen wird am Samstag nicht in Sanremo anrollen. Eine verfluchte Handgelenksfraktur wirft den 30-Jährigen zurück – und reißt Lidl-Trek eine klaffende Lücke in die Klassiker-Kampflinie.

Der sturz von valencia nagt noch immer

Erinnerung: 1. Februar, Valencia-GP, Startaufstellung. Ein Touchräder, Asphalt, Krach. Pedersen bricht sich links das Handgelenk, rechts das Schlüsselbein. Die Klaue heilt, das Handgelenk streikt. Seit Wochen stapft der Weltmeister von 2019 durch Reha-Gänge, nicht durch italienische Küstenstädtchen. “Er arbeitet bis zum Umfallen”, sagt Sportlicher Leiter Kim Andersen bei Sporza, “aber Sanremo kommt vier Tage zu früh.”

Die Nachricht schlägt ein wie ein Stein in die Flandern-Pflaster-Pläne. Pedersens Saisonziel lautete: mindestens ein Monument. Mailand–Sanremo war nie sein Lieblingskind – bester Platz: 19. – doch mit Blick auf die berühmte Dreier-Woche (Flandern, Roubaix, Amstel) sollte die “Primavera” als Aufgalopp dienen. Jetzt fehlt dem Team nicht nur ein Leader, sondern die emotionale Zündschnur.

Frühjahrsklassiker bleibt ziel – mit fragezeichen

Frühjahrsklassiker bleibt ziel – mit fragezeichen

Lidl-Trek schraubt die Erwartungen runter, nicht die Ambitionen. “Wir versuchen, die flämischen Rennen zu schaffen”, sagt Andersen. Realistischer Einsatz: E3 Saxo Bank Classic (27. März) in Harelbeke. Dann hätte Pedersen sieben Wochen nach seinem Sturz endlich Rennschnitt in den Beinen. Die Frage ist: wie viel Race-Rust passt in zwei Wochen Vorbereitung?

Die Alternativ-Armada ist vorhanden, aber nicht gleichwertig. Jonathan Milan kann auf der Via Roma sprinten, Julien Bernard kann bergauf dribbeln, doch keiner vereint Pedersens Kombi aus Power, Windspiel und gnadenloser Endgeschwindigkeit. Die Gegner pfeifen durch die Nachricht. Jasper Philipsen, Tim Merlier, Mathieu van der Poel – allen schrumpft das Kontroll-Problem um ein Drittel.

Für Pedersen persönlich wird die Zwangspause zur Zerreißprobe. 2025 lief wie geschmiert: Zweiter in Flandern, Dritter in Roubaix. Die Formkurve zeigte nach oben, das Selbstvertrauen sowieso. Jetzt sitzt er auf dem Home-Trainer, schaut Rennen im Livestream und hört, wie andere über sein Terrain reden. Die Motivation ist laut Team “Hoch”, doch Motivation heilt keine Triquetrum-Knochen.

Die nächsten zehn Tage entscheiden über den Rest der Saison. Schafft er den Sprung aufs belgische Kopfsteinpflaster, darf er von Glück reden. Bleibt die Schwellung, droht ein Frühjahr ohne Höhepunkt – und ein Sommer, in dem die Monument-Statistik unverändert bleibt. Pedersens größter Triumph datiert von 2019, die Uhr tickt. Er kennt die Antwort auf die Frage, wann er zurückkommt – aber die Handgelenksfraktur schreibt das Skript weiterhin selbst.