Pavlovic: von madrid nach münchen – die reifung eines bayern-talents

Aleksandar Pavlovic hat in Madrid nicht nur sein Comeback gefeiert, sondern auch eine klare Botschaft an den FC Bayern und die Konkurrenz geschickt: Er gehört zur Startelf. Nach einem holprigen Start im Champions-League-Viertelfinalhinspiel zeigte der junge Mittelfeldspieler eine beeindruckende Leistung und deutete an, dass er auch im Rückspiel eine Schlüsselrolle spielen wird.

Die nervosität ist verflogen

Die Bühne Bernabeu ist schon für gestandene Profis eine Herausforderung – für einen 21-Jährigen, der zwar deutsche Meister und Nationalspieler ist, aber eben noch das gewisse Maß an Unbekümmertheit besitzt, war sie das dann doch. Thomas Tuchel hatte ihn einst als „Aleks aus der zweiten Mannschaft“ bezeichnet, und in Madrid blühte die Nervosität spürbar auf. Der Youngster selbst räumte ein: „Mit meiner ersten Halbzeit bin ich nicht so zufrieden.“ Sechs Fehlpässe, die in seinem gesamten Leben nicht vorgekommen seien, zeugten von einer Phase der Unsicherheit.

Doch was folgte, war bemerkenswert. Nach der Pause schüttelte sich Pavlovic offenbar und präsentierte eine ganz andere Version seiner selbst. Bereits nach wenigen Sekunden eroberte er den Ball gegen den überraschend schläfrigen Real-Verteidiger Carreras. „Dann habe ich einfach antizipiert und bin im richtigen Moment hingekommen“, beschrieb er seine Aktion, die letztlich zur Vorlage für das 2:0 führte. Der Ball fand Michael, der wiederum Harry in Position brachte, der dann das Tor erzielte.

Die doppelsechs ist vergeben

Die doppelsechs ist vergeben

Die Entwicklung Pavlovics ist beeindruckend. Er hat sich von einem Talent der zweiten Mannschaft zu einem festen Bestandteil des Bayern-Mittelfelds entwickelt. Die Frage, wer neben Joshua Kimmich die Doppelsechs bekleidet, ist längst veraltet – in neun von zehn Fällen ist es der „Aleks aus der Ersten“, wie er mittlerweile genannt wird. Seine Leistungen sprechen für sich, und sein Timing im Zweikampf wird immer besser. Die Ruhe, die er mit dem Rückenwind des 2:0 ausstrahlte, zeugt von einer zunehmenden Reife.

Pavlovic ist stolz – nicht nur auf sich selbst, sondern auf die gesamte Mannschaft und die gezeigte Leistung. Das Grinsen konnte er sich bei den Interviews nach dem Spiel kaum verkneifen, denn „es ist doch alles ziemlich cool“. Die große Bühne, das Champions-League-Viertelfinale in Madrid – das alles ist ein unvergessliches Erlebnis. Doch die Euphorie wird durch den Fokus auf das Rückspiel gedämpft. „Jetzt heißt es, sich gut vorbereiten“, so Pavlovic mit einem entschlossenen Blick. Die kommenden Tage werden zeigen, ob er seine beeindruckende Leistung aus Madrid in München wiederholen kann, aber eines ist klar: Aleksandar Pavlovic hat sich einen festen Platz im Bayern-Team verdient und ist auf dem besten Weg, zu einem Schlüsselspieler zu werden.