Paralympics 2026: deutschland schickt sein zweitgrößtes team nach norditalien
Kaum ist die olympische Flamme in Mailand erloschen, dreht sich das Rad bereits weiter. Ab dem 6. März verwandeln sich die Alpen erneut in eine Bühne des Außergewöhnlichen – die Paralympischen Winterspiele 2026 stehen vor der Tür, und diesmal trägt das Ganze ein besonderes Gewicht: Es ist die 14. Ausgabe, genau 50 Jahre nach der Premiere.
Was dieses jahr auf dem spiel steht
Neun Tage, drei Austragungsorte, 79 Medaillenentscheidungen. Die Zahlen klingen nüchtern, dahinter steckt jedoch eine logistische und sportliche Meisterleistung. Mehr als 650 Athletinnen und Athleten aus rund 50 Nationen reisen nach Norditalien – nach Cortina d'Ampezzo, Tesero und Mailand. Die feierliche Eröffnung findet am 6. März im Amphitheater von Verona statt, einem der eindrucksvollsten Freilichtbauwerke Europas.
Die Sportarten verteilen sich klar auf die drei Standorte. In Cortina d'Ampezzo kämpfen die Para-Ski-Alpin- und Para-Snowboard-Athleten sowie die Rollstuhlcurler um Edelmetall. Tesero bleibt die Heimat von Para-Langlauf und Para-Biathlon. Das Para-Eishockey-Turnier dagegen geht in der Metropole Mailand über die Bühne – eine bewusste Entscheidung, die den Wintersport mitten in die Stadt holt.

Das deutsche team: ehrgeiz mit tradition
Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) hat 40 Aktive nominiert – elf Frauen, 29 Männer, begleitet von acht Guides. Das ist das zweitgrößte Aufgebot, das Deutschland je zu Paralympischen Winterspielen geschickt hat. Nur Lillehammer 1994 war mit 43 Athleten noch größer. Das sagt viel über den aktuellen Zustand des deutschen Para-Sports aus.
Der Name, der in diesem Zusammenhang unweigerlich fällt, ist Anna-Lena Forster. Die 30-jährige Monoskifahrerin hat bei den letzten beiden Paralympics viermal Gold geholt – eine Bilanz, die für sich spricht. In allen fünf alpinen Disziplinen (Abfahrt, Riesenslalom, Slalom, Super-G, Super-Kombi) gehört sie zum engsten Favoritenkreis. Wer sie schlagen will, muss an einem perfekten Tag alles abrufen.
Wo und wie man die spiele verfolgen kann
Das Gute vorab: Die Paralympics verschwinden nicht hinter einer Bezahlschranke. Das ZDF überträgt die Eröffnungsfeier live und zeigt die Wettbewerbe anschließend in seiner Online-Mediathek – kostenlos und ohne Anmeldezwang. Ab dem 11. März übernimmt dann die ARD und begleitet die Spiele bis zur Schlussfeier am 15. März.
Fünfzig Jahre Para-Sport, 79 Entscheidungen, ein deutsches Team mit echten Titelambitionen. Wer jetzt noch zweifelt, ob die Paralympics Einschaltquoten verdienen, hat Anna-Lena Forster noch nie auf Skiern gesehen.
