Para-leichtathletik: streng kritisiert – em-absage ein „down-jahr“

Ein Schock für die Para-Leichtathletik: Die geplante Europameisterschaft in diesem Jahr findet doch nicht statt. Für Felix Streng vom Sprintteam Wetzlar ist das mehr als nur enttäuschend – es ist ein Zeichen für ein grundsätzliches Problem, das den Sport seit Jahren plagt.

Die suche scheitert: keine em in sicht

Die Nachricht kam unerwartet: Der Weltverband World Para Athletics hat die Suche nach einem Ausrichter der EM abgebrochen. Für die Sportler bedeutet das ein enormes Rückschlag, eine Saison ohne das Highlight eines internationalen Vergleichs. „Das war absolut enttäuschend, man plant eine Saison ja vorab“, erklärt Streng im Gespräch mit dem hr-Sport. Der stellvertretende Sportdirektor des Deutschen Behindertensportverbands (DBS), Lukas Niedenzu, ergänzt: „Es fehlt der internationale Leistungsvergleich mit den besten Athleten Europas. Die gesamte Jahresplanung ist damit hinfällig.“

Strengs forderung: integration statt parallelwelt

Strengs forderung: integration statt parallelwelt

Für Sprinter Streng, der eigentlich auf die Titel über 100 und 200 Meter hoffte, bedeutet die Absage einen persönlichen Rückschlag. Doch er sieht darin vor allem ein Problem für den gesamten Paralympischen Sport. „Der Paralympische Sport bekommt keine Plattform und wird weiter nur als Zusatz gesehen. Dadurch wird uns am meisten kaputt gemacht“, kritisiert er scharf. Seine Lösung: Eine gemeinsame Leichtathletik-EM mit den nicht-para Athleten. „Das bietet sich in jedem Fall an – logistisch, finanziell und für die Leichtathletik. Das ist für mich ein No-Brainer.“

Mehr sichtbarkeit durch integration

Mehr sichtbarkeit durch integration

Streng fordert zudem eine stärkere Integration in die großen Leichtathletik-Meetings. „Wir müssen häufiger in die großen Meetings integriert werden. Wir sollten dort aber keine Ergänzung sein – sondern Teil davon. Ich will da kein 'Gast' sein – sondern Teil davon.“ Nur so könne die Sichtbarkeit des Para-Sports nachhaltig gesteigert werden. Die nächste Chance für die Athleten rückt erst im Jahr 2027 mit der Weltmeisterschaft in Taschkent, gefolgt von den Paralympischen Spielen 2028. Bis dahin bleibt die bittere Erkenntnis, dass der Paralympische Sport weiterhin im Schatten der großen Bühne steht.