Paraguay schockt deutschland: kann sich die geschichte wiederholen?

Die Erinnerungen an 2002 sind wach: Deutschland trifft im Sechzehntelfinale der WM 2026 auf Paraguay – und die Südamerikaner haben durchaus das Potential, die DFB-Elf erneut vor eine unangenehme Überraschung zu stellen. Es war ein brisanter Moment, als Oliver Neuville Deutschland in diesem denkwürdigen Spiel zum Sieg schoss.

Die schatten der vergangenheit

Das Duell von 2002 ist bis heute ein Thema in deutschen Fußballkreisen. Die damalige Partie endete knappe 1:0, und der Sieg gelang Deutschland erst in der Verlängerung. Paraguay zeigte damals eine beeindruckende Leistung und bereitete den Deutschen große Schwierigkeiten. Die Erinnerung daran lässt die Verantwortlichen des DFB nun vorsichtiger auftreten.

Doch die aktuelle Situation ist anders. Paraguay muss auf Mittelfeldmotor Diego Gomez verzichten, der aufgrund seiner gelben Karten im Turnier gesperrt ist. Ein herber Verlust für das Team von Trainer Sebastián Beccacece, der das Spielgeschehen stark beeinflusst hat. Ob Verteidiger Omar Alderete, der gegen Australien angeschlagen ausschied, rechtzeitig fit wird, ist ebenfalls fraglich.

Die schiere Willensstärke der Südamerikaner könnte entscheidend sein. Auch wenn die personellen Ausfälle schmerzen, so ist Paraguay bekannt für seine Kampfesfreude und sein taktisches Geschick. Eine Qualität, die dem DFB-Team nicht gewachsen sein kann.

Die deutsche ausgangslage

Die deutsche ausgangslage

Die Leistung der deutschen Mannschaft in der Gruppenphase war durchwachsen. Der Sieg gegen Schottland war zwar überzeugend, doch das Unentschieden gegen Japan und die überraschende Niederlage gegen Ecuador lassen Zweifel aufkommen. Die Abwehr wirkt anfällig, und im Mittelfeld fehlt es an Kreativität. Manuel Neuer steht im Fokus der Kritik, nachdem er bei beiden Gegentoren gegen Ecuador zumindest unglücklich wirkte.

Timo Hildebrand, ehemaliger Nationaltorwart, äußerte sich in diesem Zusammenhang harsch: „Ich lese 'Torwartpatzer' von Manuel Neuer, 'Torwartfehler'. Ich sag's euch: Ihr habt alle keine Ahnung! Und es kotzt mich richtig hart an, ehrlich.“ Seine Worte verdeutlichen die angespannte Lage im DFB-Team.

Deniz Undav könnte eine wichtige Rolle spielen. Der Stürmer hat in der Gruppenphase bereits drei Tore erzielt und ist ein Gewinnertyp, wie sein Auftritt im Spiel gegen Ecuador bewies.

Ein blick auf die zukunft

Ein blick auf die zukunft

Das Sechzehntelfinale gegen Paraguay wird für Deutschland eine Standortbestimmung. Nur ein Sieg wird den Weg ins Viertelfinale ebnen. Sollte Deutschland sich gegen Paraguay durchsetzen, würde im Achtelfinale entweder Frankreich oder Schweden warten. Ein Duell, das vor allem für die Fans ein Spektakel verspricht.

Die „Pinkelkurve“ wird es zeigen: Die Wasserverbrauchsspitzen während der Halbzeiten sind ein Spiegelbild der Nerven der Fans. Doch am Ende zählt nur eines: Der Sieg. Deutschland muss sich wehren, um nicht erneut von Paraguay überrascht zu werden.