Paderborn stürmt an die spitze – aufstiegsrennen explodiert

Zehn Spieltage vor Schluss brennt die 2. Bundesliga lichterloh. Der SC Paderborn hat beim 1. FC Kaiserslautern ein 2:1 erkämpft und sich damit zumindest vorübergehend die Tabellenführung geschnappt. Vorübergehend – weil Schalke 04 am Samstagabend bei Schlusslicht Greuther Fürth schon mit einem Punkt wieder vorbeiziehen kann. Aber dieser Nachmittag gehört den Ostwestfalen.

Brackelmann und bilbija machen kaiserslautern das leben schwer

Es war kein schönes Spiel. Paderborn kam gut rein, Felix Götze und Stefano Marino verpassten früh die Führung, und dann übernahm Kaiserslautern die Kontrolle – defensiv kompakt, auf Konter lauernd, wie man das vom Betzenberg kennt. Norman Bassette scheiterte nach einer halben Stunde an Keeper Dennis Seimen, ein Eckball von Naatan Skyttä klatschte an die Latte. Der FCK hatte seine Momente.

Dann kam die Nachspielzeit der ersten Hälfte. Calvin Brackelmann zog ab – wuchtig, präzise, unhaltbar per Freistoß. 1:0 für Paderborn. Und auf dem Weg in die Kabine verlor FCK-Trainer Torsten Lieberknecht vollständig die Nerven: Gelb-Rot nach heftigen Beschwerden bei Schiedsrichter Florian Exner. Ein Eigentor, das sich Lieberknecht selbst eingeschossen hat.

Nach der Pause drückte Kaiserslautern, Skyttä hatte sofort die erste Chance. Paderborn ließ aber nichts anbrennen, Marino hätte in der 59. und 62. Minute erhöhen können. Es blieb eng – bis Filip Bilbija in der 90.+5. Minute per Foulelfmeter alles klarmachte. Das Tor von Kenny Prince Redondo kurz danach in der 90.+8. war nur noch Kosmetik. Für Kaiserslautern ist es die neunte Saisonniederlage – der Aufstieg rückt in weite Ferne.

Hannover gewinnt in bielefeld – und ein handelfmeter entscheidet alles

Hannover gewinnt in bielefeld – und ein handelfmeter entscheidet alles

Hannover 96 hat derweil leise und effizient weitergemacht. 1:0 in Bielefeld, sechstes Spiel ohne Niederlage, Trainer Christian Titz lässt sich nichts anmerken. Die Niedersachsen liegen als Fünfter punktgleich hinter dem dritten Platz – das Aufstiegsrennen ist so eng, dass eine Tabelle kaum noch Sinn ergibt.

Bielefeld erwischte den besseren Start. Monju Momuluh rutschte in der zweiten Minute frei vor dem Tor im entscheidenden Moment weg – eine dieser Szenen, die Spiele kippen. Hannover kam nur langsam ins Spiel, Benjamin Källman verzog mit dem schwächeren Fuß deutlich. Nach der Pause war es ausgeglichen, Momuluh hatte erneut die beste Chance für die Arminia.

Dann die spielentscheidende Szene: Stefano Russo bekam den Ball im eigenen Strafraum an die Hand, der VAR überprüfte lange, Schiedsrichter Eric Weisbach zeigte auf den Punkt. Enzo Leopold, Kapitän, kalt wie Eis – 1:0 in der 63. Minute. Ein vermeintlicher Ausgleich tief in der Nachspielzeit zählte korrekterweise nicht. Bielefeld trennen jetzt nur noch vier Punkte vom Relegationsplatz. Das wird ein langer März.

Tim walter stoppt die kieler talfahrt – vorerst

Tim walter stoppt die kieler talfahrt – vorerst

Holstein Kiel und SV Elversberg trennten sich 1:1. Das klingt nach Unentschieden, ist für Kiel aber fast ein Sieg der Moral. Fünf Pflichtspielniederlagen in Folge, dann die Rückkehr von Tim Walter als Trainer – und prompt kein Absturz mehr. Walter war erst unter der Woche als Nachfolger von Marcel Rapp präsentiert worden, es ist seine zweite Amtszeit bei der KSV nach 2018/19.

Die Partie war zäh. Andu Kelati vergab die beste Kieler Chance der ersten Halbzeit freistehend per Volleyabnahme rechts am Tor vorbei. Nach der Pause dann der Doppelschlag: David Mokwa traf für Elversberg in der 61. Minute, zwei Minuten später glich Jonas Therkelsen aus – nach einer starken Einzelaktion, die schludriges Zweikampfverhalten der Saarländer im Mittelfeld bestrafte. Elversberg verpasste damit den dritten Sieg in Serie, bleibt aber im Aufstiegsrennen ein ernstzunehmender Faktor.

Kiel atmet durch. Aber der Abstand zur Abstiegszone ist noch immer beängstigend klein – und Walter weiß, dass ein Punkt gegen Elversberg die Lage nicht grundlegend verändert. Die Arbeit fängt jetzt erst richtig an.