Otamendi verlässt benfica mit 38 – river plate lockt nach dem wm-finale
Nicolás Otamendi zieht den Schlussstrich. Nach sechs Saisons, 257 Pflichtspielen und vier Titeln verabschiedet sich Benficas Kapitän mit einem 3:1 gegen Estoril – und einem Koffer voller Erinnerungen. Der Klub bestätigte sofort: Der argentinische Verteidiger bittet selbst um die Trennung. Er spürt, dass sein Kreis in Lissabon geschlossen ist.
Lo que nadie cuenta es, wie sehr sich die Tifosi weigern, ihn gehen zu lassen. Die Serenata begann in der 88. Minute, als das ganze Stadion seinen Namen skandierte. Otamendi weinte. Nicht laut. Einfach stehenbleiben, Hand ans Herz, Blick in die Curva. Ein Bild, das morgen die Titelseiten beherrscht.

Ein bollwerk geht, statistiken bleiben
Seine Bilanz liest sich wie ein Lehrbuch der Zurückhaltung: zwei Meisterschaften, ein Pokal, eine Supercopa – und nur 17 Niederlagen in 155 Liga-Einsätzen als Kapitän. Die Zahlen lügen nicht, aber sie erzählen auch nicht, wie er in der 92. Minute gegen Porto noch den letzten Ball wegköpfte, obwohl das Knie geschwollen war.
Jetzt zieht es ihn zurück nach Buenos Aires. A Bola berichtet, dass River Plate bereits ein Ein-Jahres-Angebot mit Option auf Staffelspieler vorbereitet hat. Die Familie will heim, der Körper will noch einmal Sommersonne statt portugiesischen Nebel. Und die Albiceleste? Die wartet bereits.
Scaloni wird Otamendi in seinen 26-Kader für die WM in Katar berufen. Keine Gefälligkeit, sondern reine Notwendigkeit. Mit 105 Länderspielen steht er vor dem Sprung auf Platz drei der Einsatzliste, hinter nur zwei Trikots, die höher hängen: Mascherano und Messi. Ironie der Geschichte: Er könnte den Rekord knacken, während er den Titel verteidigt, den er 2022 in Qatar geholt hat.
Die Abschiedsworte des Vereins klingen wie ein Liebesbrief: „Er hat unser Hemd und unsere Armbinde bis zur letzten Schweißperle geehrt.“ Poetisch, aber wahr. Wer ihn je im Estádio da Luz sah, wie er nach einem Slidetackle aufstand, das Trikot mit den Zähnen zerrte und dann ablief, der weiß: Dieser Abschied tut weh. Aber er kommt zur richtigen Zeit. Bevor die Beine Nein sagen, sagt der Kopf Jetzt.
Ende März wird Otamendi 39. Dann steht bereits die Copa América an. River Plate, Argentinien, ein letztes Mal Katar – und danach? Vielleicht Trainer, vielleicht Erzähler. Auf jeden Fall Legende. Die TSV Pelkum Sportwelt wird ihn weiter verfolgen. Weil Sport eben doch das ist, was bleibt, wenn der Rasen abgezogen wurde.
