Osimhen-aus, salah-rekord: gala kassiert auf anfield eine historische lektion
Zehn Minuten war gespielt, da lag Victor Osimhen schon mit gebrochenem Blick im Gras. Die rechte Hand klatschte auf den Rasen, die linke hielt den Arm, der nicht mehr so aussah wie ein Arm. Konaté hatte ihn aus vollem Lauf getroffen, die Schulter klickte, die Kamera zoomte. Liverpool-Spieler winkten wild: „Runter, sofort!“ Osimhen stand auf, stürmte stattdessen auf Szoboszlai zu, als wäre der Ungar schuld. Der Schiri musste dazwischen, der Nigerianer taumelte zurück, Verband schon unter dem Trikot. Dann war Schluss – für ihn und für Galatasaray.

Die zweite halbzeit ohne den stürmer war ein lehrfilm für den gegner
Was folgte, war kein Fußballspiel mehr, sondern eine Demonstration. Jürgen Klopps Mannschaften drehten den Turbo auf, sobald der Gegner den Kopf senkt. Die Türken hatten ihren Kopf schon in der Kabine liegen lassen – mit Osimhen.
25. Minute: Ecke von links, Mac Allister legt quer, Szoboszlai zieht mit rechts ins lange Eck. 1:0. Cakir sieht nur noch den Ball im Netz, sich selbst im Slow-Motion-Desaster. Die Anfield Road jubelt, die Gäste schauen zur Uhr, als könnten sie die Zeit anhalten. Pausenpfiff, Kabine, keine Osimhen-Rückkehr.
51. Minute: Salah spielt flach, Ekitiké schiebt ein. 2:0. 53. Minute: Gravenberch staubt ab. 3:0. 62. Minute: Salah trifft wieder – 50. Champions-League-Tor für den Ägypter, Rekord unter den Afrikanern. Die Zahl leuchtet auf der Anzeigetafel, das Stadion singt seinen Namen in drei Silben. Gala steht wie Schuljungen, die vergessen haben, dass es eine Klausur gibt.
Die Bilanz des Abends: vier Gegentore, null Antwort, ein Stürmer mit möglichem Bruch. Der Flug zurück nach Istanbul dürnte laut werden – nicht wegen der Triebwerke, sondern wegen der Fragen. Wie lange fehlt Osimhen? Wer schießt die Tore? Und wer stoppt Salah, wenn der wieder Lust auf Jubel hat?
