Openda zeigt schröpfkopf-spuren: was steckt dahinter?
Lois Openda, Stürmer von Juventus Turin, sorgte kürzlich in den sozialen Medien für Aufsehen: In einer Instagram-Story präsentierte er sich von Kopf bis Fuß mit kreisförmigen Malen übersät, die Spuren der sogenannten Schröpftherapie. Was auf den ersten Blick wie eine beunruhigende Verletzung wirkt, ist in Wirklichkeit eine der ältesten Regenerationsmethoden der Welt, die gerade unter Spitzensportlern eine bemerkenswerte Renaissance erlebt.
Was die schröpftherapie wirklich mit dem körper macht
Das Prinzip ist denkbar simpel, die Wirkung aber alles andere als trivial. Spezielle Saugschalen, sogenannte Schröpfköpfe, werden auf die Haut gesetzt und erzeugen dort einen Unterdruck. Dieser zieht das Gewebe nach oben, fördert die Durchblutung und soll Stoffwechselprodukte aus beanspruchten Muskeln herauslösen, also genau jene Ablagerungen, die nach intensiven Trainingseinheiten Schmerzen und Steifheit verursachen. Die charakteristischen roten oder violetten Kreise verschwinden nach wenigen Tagen, hinterlassen aber kein bleibendes Mal.
Openda ist kein einzelfall, sondern teil einer langen liste
Wer denkt, Openda habe hier eine Kuriosität entdeckt, irrt sich gewaltig. LeBron James zeigte seine Schröpfmale bereits 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, damals berichteten Medien weltweit. Karim Benzema ließ die Therapie regelmäßig in seine Regenerationsroutine einfließen. Der deutsche Schwimmstar Florian Wellbrock und Tennisprofi Ben Shelton gehören ebenfalls zu den Anwendern. Die Methode hat längst die Grenzen der Alternativmedizin verlassen und ist in den Leistungssport eingewandert, still und ohne große Ankündigung.
Was diese Namen verbindet, ist nicht Aberglaube, sondern ein pragmatischer Umgang mit dem eigenen Körper. Spitzensportler haben schlicht keine Zeit für wochenlange Ausfälle. Wenn eine Methode die Regeneration auch nur um Stunden beschleunigt, ist sie es wert, ausprobiert zu werden. Das ist die Logik hinter den seltsamen Kreisen auf Opendas Rücken.

Wissenschaft oder mythos: was sagt die forschung?
Hier wird es ehrlich: Die wissenschaftliche Datenlage ist noch dünn. Einige Studien deuten auf eine Verbesserung der lokalen Durchblutung und eine Reduktion von Muskelschmerzen hin, andere bleiben skeptisch gegenüber dem Ausmaß der Wirkung. Was die Forschung bislang nicht widerlegen konnte, ist die subjektive Erfahrung von Tausenden Athleten, die die Therapie als Teil ihrer Routine verteidigen. Und wenn LeBron James etwas in seine Vorbereitung aufnimmt, hat er es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht dem Zufall überlassen.
Openda jedenfalls scheint überzeugt. Und solange er für Juventus trifft, wird niemand ernsthaft an seiner Methode zweifeln.
