Olympia-poker in wuppertal: schwimmoper-traum geplatzt?
Wuppertal bangt um die Olympischen Spiele – und die Schwimmoper, die als Wasserball-Austragungsstätte gehandelt wurde, steht plötzlich im Feuer der Kritik. Ein brisanter Bericht des WDR zeigt: Zweifel an der Tauglichkeit des Bades waren schon lange bekannt, wurden aber offenbar vor dem entscheidenden Bürgerentscheid verschwiegen. Ein herber Schlag für die Region und ein Affront gegen die Wuppertaler Bürger.

Die hinterbliebenen des bürgerentscheids
Die Euphorie war groß, als 72 Prozent der Wuppertaler für die Olympischen Spiele stimmten. Doch nun steht fest: Die Schwimmoper, ein vermeintlicher Glücksgriff, wird keine olympischen Wettkämpfe austragen. Die Staatskanzlei in Düsseldorf, federführend bei der Bewerbung, begründet die Kehrtwende mit der geringen Zuschauerkapazität von lediglich 1.500 Plätzen – ein Wert, der offenbar nicht den Anforderungen der Sportverbände gewachsen ist. Ein Schlag ins Gesicht für die Leistungsschwimmer des Sportzentrums Küllenhahn und all jene, die sich auf ein unvergessliches Sportereignis gefreut hatten.
Die Stadt Wuppertal versucht, die Situation herunterzuspielen. Sportamtsleiterin Alexandra Szlagowski sprach von einer „absehbaren Entwicklung“. Ihre Worte klingen hohl, wenn man bedenkt, dass die Schwimmoper im Vorfeld des Bürgerentscheids prominent als Austragungsstätte beworben wurde. Die offizielle Webseite der NRW-Olympiabewerbung pries sie bis vor Kurzem als geeigneten Ort für Wasserballspiele an. Ein Vertrauensbruch gegenüber den Bürgern, der schwer wiegt.
Es stellt sich die Frage: Warum wurden die Bedenken hinsichtlich der Zuschauerkapazität nicht offen kommuniziert? Die Staatskanzlei verweist auf „übliche“ Vorgehensweisen und „vertiefte fachliche Gespräche“. Doch die Wuppertaler fühlen sich getäuscht. Sie wurden mit falschen Versprechungen geködert, um ihre Zustimmung zu Olympia zu gewinnen.
Die Alternative? Nun soll das Landschaftspark Duisburg Nord die Wasserball-Wettkämpfe austragen. Ein temporäres Becken soll auf einer Grünfläche errichtet werden – ein Kompromiss, der wohl kaum die ursprüngliche Vorstellung von einem stimmigen Olympiaprogramm widerspiegelt. Besonders pikant: Duisburg tauchte in der ursprünglichen Liste der Wettkampfstätten gar nicht auf. Die Bewerbung scheint sich nach dem Pfeifen des Windes zu richten.
Die Affäre wirft einen langen Schatten auf die gesamte NRW-Bewerbung. Es bleibt abzuwarten, ob die verbliebenen Austragungsstätten die fehlende Schwimmoper kompensieren können. Die Wuppertaler fühlen sich hintergangen und die Glaubwürdigkeit der Olympischen Spiele in NRW leidet erheblich.
