Olympia-gold-vierer patzt beim weltcup: 0,6 sekunden kosten den traum von szeged
Der Kajak-Vierer der Superlative zittert. Max Rendschmidt, Max Lemke, Jacob Schopf und der zurückgekehrte Tom Liebscher-Lucz verpassten beim Weltcup-Auftakt in Szeged den Podestplatz um 5 Tausendstel – 0,6 Sekunden fehlten auf Gold. Die Ungarn jubelten, Deutschland schluckte.

Startfehler, toiletten-drama, silberglanz
„Wir haben zu viel liegen lassen“, sagte Bundestrainer Arndt Hanisch. Die erste Rennhälfte war ein Desaster, die zweite die zweitschnellste des Feldes. Doch in der Weltspitze gibt es keine Gnade. Die Folge: Rang fünf, keine Medaille, Fragen über Fragen.
Keiner fragte lauter als Tom Liebscher-Lucz. Der 32-jährige Dreimal-Olympiasieger hatte seinen Platz 2025 verloren, sich zurückgekämpft – und dann fast das Halbfinale verpasst. Grund: eine verschlossene Toilettentür. „25 Minuten vor dem Start saß ich fest. Irgendwann habe ich die Tür mit der Schulzer zertrümmert. Sorry an die Organisatoren“, berichtete er trocken. Er kam noch rechtzeitig, doch die Geschichte passt ins Bild eines chaotischen Tages.
Die Uhr stoppte bei 1:19,585 Minuten. Die Ungarn um Bence Nádas lagen bei 1:18,979. Dazwischen: Spanien, Ukraine, Litauen. Deutschland außen vor. Die Enttäuschung saß tief, aber Hanisch wollte keine Tragödie daraus stricken: „Die zweite Hälfte zeigt, dass die Kraft da ist. Nun müssen wir nur noch die erste vernünftig paddeln.“
Für Liebscher-Lucz war es der erste großer Auftritt nach seiner Zwangspause. 2016, 2020, 2024 – immer Gold. 2025 kein Podest. Die Serie ist gerissen, der Anspruch bleibt. Die nächste Chance folgt in drei Wochen in Duisburg. Dort will das Quartett beweisen, dass Szeged nur ein Ausrutscher war. Die Uhr wird wieder laufen – und die Türen hoffentlich offen stehen.
