Olympia-fonds: 140 millionen dollar sind nur der anfang!

Ein historischer, wenn auch längst überfälliger Schritt: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) zahlt erstmals an Olympiasportler. 140 Millionen US-Dollar sind dabei für die nächste Olympiade vorgesehen – eine Summe, die Athleten Deutschland als ersten, aber unzureichenden Schritt bewertet. Die Frage ist: Reicht das, um die Leistungsbringer wirklich zu entlohnen?

Die erwartungen übersteigen das angebot deutlich

Leo Köpp, Präsidiumsmitglied von Athleten Deutschland, machte die Diskrepanz deutlich: „Das angekündigte Fondsvolumen in Höhe von 140 Millionen US-Dollar pro Olympiade stelle weniger als zwei Prozent des Gesamtumsatzes des IOC im selben Zyklus dar.“ Die Zahl spricht für sich – ein krasser Gegensatz zu den enormen Leistungen, die Athleten für den Erfolg des IOC erbringen.

Die Entscheidung des IOC, rückwirkend auch an die Winterspiele in Mailand/Cortina d’Ampezzo Zahlungen von 10.000 Dollar pro Teilnehmer zu leisten, wird zwar grundsätzlich positiv aufgenommen, doch die Forderungen nach einer gerechteren Verteilung der Gewinne bleiben bestehen. Es geht nicht nur um die Akzeptanz der Praxis, sondern um die Höhe der Beteiligung.

Paralympics, world games und mehr: eine frage der gerechtigkeit

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Athleten Deutschland drängt nun auf eine Weiterentwicklung: „Wir hoffen und erwarten, dass dieser erste Schritt seine Vorbildwirkung entfaltet, dass zum Beispiel auch paralympische Teilnehmende künftig an den Einnahmen beteiligt werden.“ Die Forderung nach Inklusion geht über die Olympischen Spiele hinaus und umfasst auch die World Games und Deaflympics. Ein echter Fortschritt erfordert die Berücksichtigung aller Sportarten und Athleten.

Doch es bleiben noch offene Fragen. Die soziale Absicherung und die arbeitsrechtliche Stellung der Athletinnen und Athleten sind weiterhin ungelöst. Und auch die Vermarktungsregelungen müssen kritisch hinterfragt werden. Die Einführung des Fonds beseitigt diese Probleme keineswegs. Die Debatte um eine umfassende Reform des deutschen Sportsystems geht weiter.

Mehr geld für die leistungsträger: eine dringende notwendigkeit

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„Ebenso ist klar, dass die Diskussion hinsichtlich weiterer Lockerungen bei den Vermarktungsregelungen damit nicht obsolet geworden ist“, so Köpp. Aber das ist nicht alles: Athleten Deutschland fordert eine deutliche Aufstockung der direkten Athletenförderung in Deutschland. Konkret wird eine Erhöhung der monatlichen Förderung auf 1800 Euro für Bundeskaderathletinnen und -athleten gefordert – eine Investition in die Zukunft des deutschen Sports.

Die Ankündigung des IOC ist ein erster Schritt, aber es liegt an Deutschland, die Weichen für eine nachhaltige und gerechte Förderung des Leistungssports zu stellen. Die 140 Millionen Dollar des IOC mögen ein Anfang sein, aber die Erwartungen der Athleten sind deutlich höher. Die Zeit für Taten ist gekommen.