Olympia-finale im viererbob: friedrichs gold-jagd und lochners abschied

Spannung bis zum schluss: friedrichs rekordjagd und lochners letztes rennen

Für Johannes Lochnersteht in Cortina d'Ampezzo das letzte Rennen seiner Karriere an, während Francesco Friedrich eine historische Chance auf seine fünfte Goldmedaille im Viererbob hat. Die Frage, ob der langjährige Dominator noch einmal ganz oben steht, beschäftigt die Sportwelt. Die Ausgangslage ist brisant, denn Friedrich grübelt nicht nur über die Zukunft, sondern auch über die überraschende Stärke Lochners in dieser Saison.

Friedrichs zweifel und lochners konter

Friedrichs zweifel und lochners konter

Der Abstand im Zweierbob betrug 1,34 Sekunden – die größte Differenz seit 46 Jahren. Friedrich vermutet einen Materialvorsprung bei Lochner, was dieser jedoch mit einem Lächeln konterte. Lochner betonte die Bedeutung seiner Fahrkünste auf der anspruchsvollen Bahn in Cortina, die er als fehleranfällig beschreibt. “Man darf halt hier keinen Fehler machen, weil die Bahn oben so flach ist.”

Die besondere herausforderung der cortina-bahn

Die besondere herausforderung der cortina-bahn

Friedrich beschreibt die Strecke als “speziell” mit einem “eigenen Charakter”. Er erklärt, dass kleine Verbesserungen in jeder Kurve, kombiniert mit optimal abgestimmtem Material, entscheidend für die Geschwindigkeit sind. Im Viererbob verschieben sich die Prioritäten jedoch. Details, die im Zweierbob entscheidend waren, spielen im Vierer eine andere Rolle.

Neue konkurrenz im viererbob

Die ersten Trainingsläufe im Viererbob zeigten ein neues Bild. Neben Friedrich und Lochner mischten sich auch Patrick Baumgartner (Italien), Michael Vogt (Schweiz) und Markus Treichl (Österreich) ganz vorne mit. Friedrich konnte im dritten Lauf erstmals schneller als Lochner sein, was die Spannung weiter erhöht. “Bis jetzt können wir uns noch gar nichts ausrechnen”, betont Friedrich.

Margis' wechsel und friedrichs reaktion

Besonders brisant: Im Viererbob sitzt nun Thorsten Margis, Friedrichs ehemaliger Anschieber, für Lochner. Der Wechsel sorgte für Aufsehen, da Margis zuvor seine Karriere beendet hatte und dann zu Lochner zurückkehrte. Friedrich reagierte angefressen, da Margis eine wichtige Vertrauensperson war und viel Wissen besaß, das nun auch Lochner zugutekommt.

Zukunftspläne und sponsorenverträge

Friedrichs Zukunft ist ungewiss. Nach Olympia will er im Familienrat über seine weitere Karriere entscheiden. Seine Sponsorenverträge laufen aus und viele Details müssen geklärt werden. Möglicherweise kehrt auch sein Topsprinter Simon Wulff im September nach einem positiven Dopingbefund zurück. Auch Georg Fleischhauer, Lochners Anschieber, ist nach Olympia auf dem Markt.

Der kampf um den olympia-rekord

Mit Silber in der Vergangenheit hat Friedrich bereits den Olympiasieger André Lange eingeholt. Nur dessen Anschieber Kevin Kuske hat mehr Silbermedaillen gewonnen. Lochner könnte Friedrich jedoch übertrumpfen, wenn er im Viererbob gewinnt. Margis gab sich kämpferisch: “Wir wollen Gold holen und Olympiasieger werden – nichts anderes! Und das ist auch ein realistisches Ziel, denn es ist machbar, Franz zu schlagen.”