Ölpreis-schock: brent kracht ab – was bedeutet das für sie?

Die internationalen Ölpreise haben einen überraschenden Einbruch erlebt. Der Brent-Ölpreis ist förmlich eingebrochen und notiert nun knapp unter der 95-Dollar-Marke. Eine willkommene Atempause für alle, die regelmäßig tanken oder Produkte kaufen, deren Transportkosten sich auf den Preis auswirken – also im Grunde alles.

Friedensverhandlungen in nahost als auslöser

Der plötzliche Kurssturz ist vor allem den Fortschritten in den Nahost-Friedensverhandlungen zu verdanken. Diese haben die Anleger offenbar beruhigt und die Befürchtungen hinsichtlich einer Unterbrechung der Ölversorgung im Golf von Ormuz gemindert. Dabei hatten die Unternehmen bereits vorsorglich ihre Produktion gedrosselt, was zu einem Rückgang der globalen Ölnachfrage geführt hatte.

Ein Überangebot entlastet die Raffinerien: Die gestiegene Hoffnung auf wieder freie Schifffahrtsrouten im strategisch wichtigen Hormus-Strait fällt mit einer Situation zusammen, in der die Raffinerien bereits unter geringerer Nachfrage litten. Die Kombination aus sinkender Nachfrage und steigendem Angebot führt zu einer Entlastung der Raffinerien, die nun mit einer deutlich höheren Ölmenge rechnen müssen, als ursprünglich prognostiziert.

Natürlich bedeutet billiges Öl auch potenziell günstigere Benzinpreise – allerdings nicht sofort. Die Frage ist, wie lange es dauern wird, bis sich dieser Effekt in unseren Geldbeuteln bemerkbar macht, sei es durch geringere Tankkosten oder stabilere Preise im Supermarkt. Derzeit gilt weiterhin eine Mehrwertsteuersenkung von 10%.

Die mehrwertsteuer – ein vorübergehendes geschenk?

Die mehrwertsteuer – ein vorübergehendes geschenk?

Die Regierung hält zwar weiterhin die reduzierte Mehrwertsteuer von 10% für Kraftstoffe aufrecht, was im Vergleich zu den üblichen 21% eine spürbare Erleichterung darstellt. Allerdings ist diese Maßnahme lediglich bis zum 30. Juni befristet. Ob die Regierung die Steuererleichterung verlängern wird, bleibt abzuwarten. Im Moment sind die Preise dank der Senkung jedenfalls erträglicher: Benzin kostet durchschnittlich 1,51 Euro pro Liter, Super Plus 1,60 Euro und Diesel 1,67 Euro. Das sind zwar immer noch hohe Preise, aber deutlich günstiger als die 2 Euro pro Liter, die vor einigen Monaten noch drohten, den Güterverkehr zum Erliegen zu bringen.

Die zeitverzögerung – ein bekanntes problem

Die zeitverzögerung – ein bekanntes problem

Bevor der Preisrutsch des Brent-Öls tatsächlich an den Tankstellen zu spüren ist, müssen einige Hürden überwunden werden. Die ersten Lieferverträge werden oft monatelang im Voraus abgeschlossen, sodass die aktuell günstigeren Preise noch nicht berücksichtigt sind. Die Raffinerien müssen zunächst die teureren Ölbestände aufbrauchen, bevor das billigere Öl in die Anlagen fließen kann. Anschließend müssen sie das Öl zu Kraftstoffen verarbeiten, was mit zusätzlichen Kosten verbunden ist. Dieser Prozess führt zu einer Verzögerung, die man umgangssprachlich als „Fedder-Effekt“ bezeichnet – eine Anspielung auf die langsame Geschwindigkeit, mit der sich die Preise anpassen.

Wann wird

Wann wird's günstiger?

Sollte sich die aktuelle geopolitische Lage stabilisieren, können wir in den nächsten 10 bis 14 Arbeitstagen mit einer spürbaren Entlastung an den Tankstellen rechnen. Für die Woche ab dem 8. oder 15. Juni könnte der Preis für Superbenzin auf durchschnittlich 1,35 Euro pro Liter sinken, während Diesel bei etwa 1,38 Euro pro Liter liegen könnte. Allerdings sollte man im Hinterkopf behalten, dass die Regierung die Mehrwertsteuersenkung jederzeit beenden könnte, was die Preise dann wieder in die Höhe treiben würde. Die Unsicherheit bleibt also bestehen.