Olijnykowa schießt mit brisanz: „sport muss menschlichkeit zeigen!

Paris – Oleksandra Olijnykowa hat nach ihrer Auftrittsniederlage bei den French Open eine explosive Breitseite gegen ihre russische Gegnerin Diana Schnaider abgefeuert. Ihre Vorwürfe, bereits vor dem Spiel laut ausgesprochen, eskalieren nun und werfen einen Schatten auf das gesamte Turnier.

Der zorn der ukrainerin: mehr als nur tennis

Die 25-jährige Olijnykowa ließ am Samstagabend nach dem klaren 5:7, 1:6 gegen Schnaider wenig Zweifel daran, dass es ihr um weit mehr als nur den Sieg oder die Niederlage auf dem Court ging. „Ich weiß, dass manche es vorziehen würden, wenn ich schweige. Aber bei dem, was ich tue, geht es nicht um Politik, sondern um Menschlichkeit“, erklärte sie sichtlich emotional. Ihre Anschuldigungen richteten sich gegen Schnaiders Teilnahme an Veranstaltungen, die von dem russischen Staatskonzern Gazprom gesponsert werden, und gegen die Interaktionen der Russin in den sozialen Medien, wo sie angeblich Beiträge russischer Propagandisten „liken“ würde. Gazprom, so Olijnykowa, finanziere „Kriegsverbrechen“ – ein Vergleich, der die Situation in eine erschreckende Perspektive rückt.

Olijnykowa scheute sich nicht, Vergleiche zu Nazi-Deutschland und dem Holocaust anzuziehen, um die Schwere ihrer Vorwürfe zu unterstreichen. „Wenn Menschen getötet werden, wenn Kinder sterben, wenn Gewalt gerechtfertigt oder gefeiert wird, können wir nicht so tun, als würde nichts geschehen. Wir können nicht wegsehen. Wir können diejenigen nicht schützen, die solche Handlungen unterstützen.“ Die ukrainische Spielerin betonte, dass Sportlerinnen und Sportler eine Verantwortung tragen, die über den sportlichen Wettbewerb hinausgeht: „Der Sport sollte stets im Dienste der Menschlichkeit stehen.“

Schweigen ist komplizenschaft: olijnykowas appell

Schweigen ist komplizenschaft: olijnykowas appell

Ein weiterer Kritikpunkt Olijnykowas richtete sich gegen die vermeintliche Untätigkeit russischer Spielerinnen und Spieler. „Sie wollen einfach nicht kommunizieren“, beklagte sie. „Sie haben diese schrecklichen Ansichten. Genau das erleben wir gerade auf der Tour. Meiner Meinung nach dürfen wir das im Profisport nicht länger hinnehmen.“ Sie forderte die Einführung eines Mechanismus, um der Propaganda und den unterstützenden Äußerungen entgegenzuwirken, falls die Betroffenen sich weigern, zu dialogieren.

Schnaider selbst versuchte, die Kritik abzubügeln. Sie argumentierte, ihre Teilnahme an dem kritisierten Event sei lediglich eine Gelegenheit gewesen, „etwas mehr Zeit zu Hause zu verbringen“, da sie das ganze Jahr über „keine Familie und keine Freunde sehe“. Auf ihre Instagram-Aktivitäten reagierte sie mit der Aussage, sie werde „keine Kommentare und keine Videos mehr liken“, wies aber jegliche politische Intention zurück und betonte, sie sei „nur hier, um Tennis zu spielen.“ Die russische Spielerin vermied es jedoch, sich zum russischen Angriffskrieg auf die Ukraine zu äußern, was Olijnykowa als weiteren Beweis für die mangelnde Bereitschaft zur Rechenschaftslegung wertete.

Die Worte Olijnykowas hallen nach. Sie sieht es als ihre Pflicht an, „nicht zu schweigen, wenn müde“, da sie ansonsten „keinen Sinn darin sehen“ würde, am Turnier teilzunehmen. Ihr Appell, für die richtigen Dinge einzustehen, könnte eine Debatte über die ethische Verantwortung von Sportlern und die Rolle des Sports in Zeiten globaler Konflikte anstoßen. Die French Open stehen unter einem schlechten Licht, während die Frage, wie weit Sportler in politische Auseinandersetzungen eingreifen dürfen, weiterhin Gegenstand hitziger Diskussionen sein wird.