Odermatt fliegt raus: kristallkugel weg – er steht trotzdem dazu
Ha!-Effekt in Hafjell. Marco Odermatt rutschte, flog, schlitterte in die Netze – und mit ihm die kleine Kristallkugel im Riesenslalom. Der Schweizer Superstar, sonst ein Mensch aus Granit, wurde auf dem ersten Wellenkamm zum Stöckchen. „Ich hab’s angezockt, das Mindset war klar“, sagt er noch im Zielraum, während Lucas Pinheiro Braathen schon jubelt. Platz drei reicht dem Brasilianer, die Kugel ist weg – für Odermatt.
Warum er trotzdem nichts bereut
Er war Startnummer eins, wollte die Spur pressen, die Saison mit einem Ausrufezeichen beenden. Stattdessen wurde es ein Spektakel mit Folgen. „In Kranjska Gora bin ich zu brav gefahren, heute sollte es anders werden“, erklärt Odermatt. Der Plan: Volles Risiko über die Wellen, früher Druck, früher Zug. Das Ende: Strauchler, Grätsche, Aus.
Die Rechnung war klar – gewinnen oder fallen. Odermatt fiel. Doch er schwört sich nichts vor. „Ich stehe hinter der Entscheidung. Wer zögert, verliert hier ohnehin.“ Die Emotionen für die kleine Kugel seien „weg“, sagt er, aber der Blick richtet sich schon auf die große. Die Gesamtwertung hat er noch fest im Griff, 234 Punkte Vorsprung auf Aleksander Aamodt Kilde. Die kleine Trophäe war ein Nebenkriegsschauplatz, jetzt ist Schluss mit Kompromissen.

Pinheiro braathen nutzt das geschenk – und was das finale bringt
Der in Oslo geborene Technik-Fuchs feiert sich selbst. „Ich wollte die Kugel nicht geschenkt, aber ich nehme sie mit“, sagt Pinheiro Braathen. Für Brasilien holt er die erste Disziplinen-Kugel der Ski-Geschichte. Die Fans toben, die Schweizer verkniffen sich ein Grinsen. Odermatt? Ab in die Kabine, Tape runter, nächster Blick aufs Kalenderblatt: Sa, 27. März, Slalom in Lillehammer. Noch ein Rennen, noch eine Chance, die Saison mit Schmackes zu beenden.
Für TSV Pelkum Sportwelt heißt das: Kein Grund zur Trauer. Der Mythos Odermatt lebt – weil er eben nicht nur gewinnt, sondern auch scheitert, zugibt und weitermacht. Die Kugel ist weg, der Mythos bleibt. Und die Saison? Die ist längst noch nicht vorbei.
