Núria castán knallt in italien ab und verpasst den traum-ticket für die freeride-elite
Ein einziger Bomb Hole hat Núria Castáns Sprung in die Freeride World Tour 2027 zerschellen lassen. Die 27-jährige Katalanin fuhr am Samstag in der Monterosa Freeride Paradise Challenger eine traumhafte Oberhälfte, rotierte ihren ersten 360° der Saison – und landete dann so tief im verspurten Loch, dass die Sicherheitsgurte durchrissen. Platz sieben. Punkt. Aus. Traum vorbei.
Die französin tiphanie perrotin kassiert das ticket, castán bleibt auf der bremse
Die Rechnung ist gnadenhaft: Perrotin hatte zwei Läufe mehr in der Hinterhand, durfte also Streichresultate wegstreichen. Castán musste mit drei Starts haushalten, weil Schneemangel zwei Termine des Qualifikationscircuits würgte. Die Organisatoren erlaubten betroffenen Fahrerinnen, die verbliebenen vier Challenger-Events zu nutzen – aber die Punkte aus den ersten beiden Rennen blieben im Rucksack kleben. Ein Handicap, das sich am Ende wie ein Strick um den Spanierhals zog.
Monterosa glich einem Schokoladenkuchen mit versteckten Knallbonbons: weiches Pulver oben, vereiste Kruste unten. Castán wählte eine direkte Linie durch die Steilwand, checkte ihre Speed, setzte zum Doppel-Sprung an – und überschätzte den zweiten Absatz. „Ich flog weiter, als das Gelände endete“, sagt sie am Fuß der Bergstation. „Das Vorderende meines Boards tauchte ins Loch, mein Körper schlug auf Granit.“ Die Judges straften sie mit 23 statt möglicher 40 Punkten ab. Ein Minus, das selbst ihre Top-3-Platzierungen aus Baqueira und Kicking Horse nicht mehr kitten konnten.

Castán nimmt die schrammen mit nach le sauze – und will zurückschlagen
Die Saison ist noch nicht gestorben. Vom 2. bis 5. April geht es in den französischen Südalpen noch einmal um alles. „Ich fahre nicht nach Frankreich, um Touristin zu spielen“, knurrt die Head-Snowboards-Pilotin. „Ich will gewinnen. Punkt.“ Dabei spuckt sie Blut – nicht metaphorisch. Die Sturzfolge riss ihr die Lippe auf, drei Zähne wackeln. Trotzdem steht schon wieder das Helmcam auf Record. „Wenn du dich nicht mehr traust, kannst du den Sport auch sein lassen.“
Die Bilanz nach fünf von sechs Challenger-Rennen: ein Sieg, zwei Podeste, zwei Ausfälle. Die Mathématik sagt, dass selbst ein Sieg in Le Sauze sie maximal auf Rang drei der Gesamtwertung katapultieren würde – zu wenig für das Ticket. Doch Castán lacht bitter. „Die Tour ist wie Wetterbericht: Jeder redet darüber, aber keiner macht was. Ich fahre trotzdem.“
Die Konkurrenz schaut bereits auf 2027. Perrotin sicherte sich das Ticket, aber das nächste Fenster öffnet sich in zwölf Monaten. Castán wird 28 sein, ein Alter, in dem viele Freerider langsam auf Helikopter-Runs umsteigen. Sie will zurück in die Startgate. „Wenn du einmal unten warst, schmeckt der Schnee oben noch süßer.“
Die Saison endet in Le Sauze – oder beginnt erst richtig.
