Nübel-debakel beim fc bayern: salihamidzic lüftet geheimnisse

München – Ein Kapitel im deutschen Fußball ist zu Ende gegangen: Alexander Nübel verlässt den FC Bayern München ohne jemals den erhofften Durchbruch zu schaffen. Ex-Sportvorstand Hasan Salihamidzic hat nun in einem Gespräch im Sport1 Doppelpass die Gründe für das Scheitern offen dargelegt – und dabei ein brisantes Detail über das Verhältnis des Torwarts zu Manuel Neuer ans Licht gebracht.

Ein menschliches problem zwischen neuer und nübel

Ein menschliches problem zwischen neuer und nübel

„Zwischenmenschlich hat es einfach nicht gefunkt“, so Salihamidzic. Die Chemie zwischen Nübel und Neuer stimmte nie, und Neuer war offenbar nicht bereit, seinen Stammplatz abzugeben. Das führte zu einer unbefriedigenden Situation für Nübel, der mit großen Erwartungen vom FC Schalke 04 kam. Der Plan war klar: Nübel sollte hinter Neuer spielen, Einsatzzeit sammeln und sich langfristig zur Nummer eins entwickeln. Doch die Realität sah anders aus: Nur vier Pflichtspieleinsätze gelangen ihm in seiner Zeit bei den Bayern.

Salihamidzic betonte, dass Neuer zu jener Zeit noch ambitionierter war und keine Spiele abgeben wollte. „Wir wissen, dass Manuel der beste Torwart der Welt ist, und das geht eben nur über ihn“, erklärte der ehemalige Sportvorstand. Er wies pauschale Kritik an der Verpflichtung Nübels zurück, räumte aber ein, dass die Entscheidung, den Torwart ablösefrei zu verpflichten und ihm zwei Jahre eine Chance zu geben, im Nachhinein betrachtet fragwürdig war.

Nach einer Leihe nach Monaco kehrte Nübel kurzzeitig nach München zurück, doch Salihamidzic war zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr im Amt. Die vorzeitige Vertragsverlängerung Nübels bis 2029 mit Option auf ein weiteres Jahr im April 2024 wirft nun weitere Fragen auf. „Ich weiß nicht, was die Absicht war, als der Vertrag verlängert wurde“, äußerte sich Salihamidzic skeptisch.

Während Nübel in Stuttgart sein Leihgeschäft zu Ende gehen lässt, bereitet sich der FC Bayern auf die Zukunft vor. Mit Jonas Urbig, einem jungen Torwart, der seit Januar 2025 in München spielt, scheint der Verein bereits einen Nachfolger für Neuer im Blick zu haben. „Die beiden verstehen sich gut“, lobte Salihamidzic das Verhältnis zwischen Urbig und Neuer. „Urbig macht das auch hervorragend – der spielt auch besser mit dem Fuß, muss man sagen.“

Für Nübel gilt es nun, eine neue sportliche Heimat zu finden. Angesichts seines hohen Gehalts wird dies für den FC Bayern keine einfache Aufgabe sein. „Was man jetzt macht, ist nicht einfach“, räumte Salihamidzic ein. Doch eines steht fest: Alexander Nübel ist ein sehr guter Torwart, der trotz seines Scheiterns in München noch eine erfolgreiche Karriere vor sich hat. Die Reise zur WM nach Nordamerika mit der deutschen Nationalmannschaft wird zeigen, ob und wie sich das angespannte Verhältnis zu Manuel Neuer dort entlädt – ein weiteres Kapitel in dieser turbulenten Geschichte.