Nrw sagt knapp ja zu olympia – köln zittert bis 3 uhr

Die Nacht war lang, die Stimmen knapp, das Ergebnis dennoch ein Statement: Nordrhein-Westfalen will Olympia. Nachdem in 16 Städten schon am Sonntagabend klar war, dass sich eine Mehrheit für die Bewerbung „KölnRheinRuhr“ ausspricht, rückte Köln als letzte Kommune in den Fokus – und brauchte bis 3:22 Uhr, um die Entscheidung zu liefern: 57,39 Prozent votieren für die Spiele, egal ob 2036, 2040 oder 2044.

Ein quorum rettet herten nicht

Die Zahl klingt deutlich, doch sie hat einen Riss: Im Ruhrgebietsstädtchen Herten sprachen sich über 70 Prozent der Abstimmenden für Olympia aus – doch nur 12,55 Prozent der Wahlberechtigten warfen den Briefumschlag ein. Damit fehlt das Mindestquorum, Herten fliegt raus, die geplanten Mountainbike-Wettbewerbe zusammen mit Recklinghausen sind gestrichen. Die Landesregierung hält Ersatzstandorte bereit, doch der Makel bleibt: Ein Kernort der Bewerbung scheitert an mangelnder Beteiligung, nicht an ablehnenden Stimmen.

Landeschef Hendrik Wüst jubelt trotzdem. „Zwei Drittel für Olympia – das ist ein Riesenerfolg“, sagte er kurz nach Mitternacht. Mit 1,4 Millionen abgegebenen Stimmen bei vier Millionen Wahlberechtigten liegt die Beteiligung bei 35 Prozent – kein Rekord, aber solide für ein Thema, das in Deutschland zuletzt 2015 in Hamburg beerdigt wurde.

Die rechnung folgt später

Die rechnung folgt später

Die Befürworter schwören auf Nachhaltigkeit und Imagegewinn, die Kritiker auf die Milliarden. Geschätzte Durchführungskosten: 4,8 Milliarden Euro, erhoffte Einnahmen: 5,2 Milliarden – ein Kalkül, das bei Olympia-Historie fast schon als wagemutig gilt. Münchens Volks-Yes liegt vor, Hamburg stimmt Ende Mai, Berlin tagt im Sommer. Am 26. September entscheidet der DOSB, welche deutsche Region ins internationale Rennen geht – und das IOC schaut erst ab 2027 zu.

Für NRW ist der Bürgerentscheid nur der erste Sprint. Die Staffel läuft weiter – und Herten muss von außen zuschauen.