Nouvelle-calédonie will nicht nur showboaten – sidaner schickt angstlose gegen jamaika

Johann Sidaner hat den Rückspiel-Platz im Estadio Jalisco nicht als Exotik-Trip gebucht. Der Franzose, der die Nouvelle-Calédonie-Elf seit zwei Jahren verschärft, sagt schlicht: „Wir sind hier, um weiterzukommen. Punkt.“

Sidaner setzt auf freiheit statt druck

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 2700 Insel-Kilometer westlich von Tahiti, 280000 Einwohner, ein FIFA-Ranglistenplatz 159. Gegenüber Jamaika, 54 Ränge weiter oben und mit Premier-League-Legionären gespickt, wirkt das wie David gegen Goliath – nur ohne Schleuder-Vorsprung. Doch genau das macht Sidaners Plan aus. „Wenn nichts zu verlieren ist, fallen Ketten ab“, sagt er nach der Abschlusseinheit mitten in Guadalajara. Der Coach ließ seine Spieler sogar das Trainingsshirt wählen – pink statt National-Trikot-Grau –, um den Kopf freizubekommen.

Kapitan Cesar Zeoula, einst bei Montpellier in der Jugend, bestätigt: „Wir haben die ganze Woche nur an Angriffsszenarien gearbeitet. Zweikampfverhalten, Staffelung, schnelles Umschalten – das ist unser DNA.“ Seine Crew besteht aus Liga-Insulanern und zwei Profis aus Frankreichs Ligue 2. Die Physik? „Klar, Jamaika ist schneller und größer. Aber wir haben Ballgeschwindigkeit und Beidfüßigkeit. Das zählt über 90 Minuten“, so Zeoula.

Die Taktik ist simpel, fast schon rücksichtslos: fr pressing, hohe Kette, kein Hintenrumgewurschtel. Sidaner: „Wir wollen den Gegner in der eigenen Hälfte ersticken, bevor er Sprintdistanz aufbaut.“ Das Risiko? „Kalkuliert. Ein 0:1 ist dasselbe wie ein 0:3 – beides bedeutet Aus.“

Ein sieg würde geschichte schreiben – und tahiti einholen

Ein sieg würde geschichte schreiben – und tahiti einholen

Sollte Nouvelle-Calédonia Jamaika aus dem Turnier kicken, winkt am Dienstag die Republik Kongo. Das kleine Insel-Team wäre dann nur noch einen Schritt von der WM entfernt. Keine andere Mannschaft aus Ozeanien schaffte das jemals – außer Tahiti 2013, und die mussten sich damals mit der Konföderationen-Pleite begnügen.

Sidaner lacht nicht, wenn er an die Heimreise denkt. „Unsere Fans schlafen in Hostels und haben sich Flug plus Ticket vom Monatslohn gespart. Für die wollen wir nicht bloß applaudieren, wir wollen ihnen einen zweiten Flug beschaffen – nach Katar.“

Der Countdown läuft: 22 Stunden bis Anpfiff. Die Calédoniens kennen kein Mittelmaß mehr. Sie spielen, als gäbe es kein Morgen – weil es das für sie in diesem Turnier tatsächlich nicht gibt.