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Nordrhein-Westfalen Fördert Erweiterung Geothermieanlage an der FH Münster mit 18,8 Millionen Euro

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen (NRW) stellt 18,8 Millionen Euro für die Erweiterung der Geothermie-Heiz- und Kühlsystem am Campus Steinfurt der Münster University of Applied Sciences bereit. Die Mittel stammen aus dem NRW-Plan für Gute Infrastruktur, dem größten Investitionsprogramm in der Geschichte des Bundeslandes mit einem Gesamtvolumen von 60 Milliarden Euro über die nächsten zwölf Jahre.

Erweiterung für Mehr Gebäude und Forschung

Die Erweiterung ermöglicht die Versorgung weiterer Universitätsgebäude mit geothermischer Heizung und Kühlung und beinhaltet eine Wärmepumpenanlage, die für Lehr- und Forschungszwecke genutzt werden kann. Das Projekt wird gemeinsam mit der Landesbau- und Immobilienverwaltung (BLB) von NRW umgesetzt.

Im Jahr 2023 wurde bereits ein erstes geothermisches Bohrloch auf dem Technologie-Campus Steinfurt in einer Tiefe von 150 Metern gebohrt. Dieses Bohrloch, das eine konstante Temperatur von 12 °C aufweist, versorgt derzeit das Labor für Messtechnik, Regelungstechnik und ein großes Versuchs-Belüftungssystem.

Bohrloch Vertiefung und Zusätzliche Sonden

Bohrloch Vertiefung und Zusätzliche Sonden

Die Leistung des Geothermiesystems soll nun deutlich erweitert werden, indem das Bohrloch auf 250 Meter vertieft wird. Zusätzlich werden 80 geothermische Sonden installiert, neben den bereits vorhandenen 37.

Geothermie für Klimaneutralität und Ausbildung

Laut Prof. Dr. Frank Dellmann, Präsident der Münster University of Applied Sciences, wird Geothermie langfristig rund 64 % des gesamten Heizbedarfs der Universitätsgebäude decken. Dies macht die Universität zu einem klimaneutralen Standort für die Ausbildung von Fachkräften in Schlüsseltechnologien und trägt zu den Klimaneutralitätszielen von NRW bei. Der Energiepark dient zudem als eine reale Versuchsanlage, in der angehende Ingenieure die Leistung der Wärmepumpen in Echtzeit beobachten und Daten der geothermischen Sonden überwachen können.

Im Rahmen des NRW-Geothermie-Masterplans laufen derzeit auch geothermische Forschungsbohrungen im Stadtteil Dellbrück in Köln, um das Untergrundverständnis zu verbessern und die Eignung bestimmter Untergrundformationen als geothermische Speicher zu prüfen.