Nordderby-rache: werder knüpft die fresse und dem hsv!
Bremen hat Blut geleckt. Nach der bittere 2:3-Niederlage im Dezember im Volksparkstadion hat Werder Bremen dem Hamburger SV eine unvergessliche Revanche präsentiert – und das mit einer gehörigen Portion Selbstjustiz. Die Szene um Leo Bittencourt und Miro Muheim, die weit mehr als nur ein harmloses Zweikampfverhalten darstellte, ist der symbolische Auftakt eines Derbysieg, der tief im HSV-Team gesessen hat.
Die rache des hinspiels: eine offene rechnung
Die Erinnerung an das Hinspiel und den unsportlichen Jubel der Hamburger auf der Bremer Bank brannte sich in die Köpfe der Werder-Spieler ein. Laut Informationen von Sport BILD wurde dieser Vorfall in den Trainingstagen vor dem Rückspiel immer wieder thematisiert. Drei Anführer – Marco Friedl, Niklas Stark und der später entscheidende Leo Bittencourt – machten deutlich, dass man sich diese Provokation nicht zum zweiten Mal gefallen lassen würde. Der Schwur war klar: „Das lassen wir uns kein zweites Mal gefallen, den Hamburgern zeigen wir es!“
Bittencourt's Provokation: Mehr als nur ein Foul Die Aktion gegen Miro Muheim vor der Werder-Kurve war zweifellos bewusst gewählt. Der Routinier wollte das eigene Publikum anheizen, auch wenn sich der HSV-Verteidiger dabei am Knöchel verletzte – ein Umstand, den Bittencourt später bedauerte. Es war ein klares Signal an die Hamburger, dass Werder bereit war, auch unkonventionelle Mittel einzusetzen, um die bittere Vergangenheit wiedergutzumachen.

Stage im rampenlicht: zwei tore, neun saisontreffer
Jens Stage avancierte am vergangenen Wochenende zum Mann des Spiels. Mit zwei Treffern trug der Mittelfeldspieler maßgeblich zum 3:1-Erfolg bei und kommt mittlerweile auf neun Saisontore. Eine beeindruckende Leistung, die auch außerhalb Bremens für Aufsehen sorgt. Manager Clemens Fritz machte jedoch deutlich, dass Werder nicht vorhat, den Dänen abzugeben, trotz des möglichen Transfererlöses. „Wir planen mit Jens für die neue Saison. Er ist für uns ein ganz wichtiger Achsenspieler – auf dem Platz und in der Kabine“, so Fritz.
Stage verfügt über einen Vertrag, der über 2027 hinausläuft, was Werder zusätzliche Verhandlungsspielräume einräumt. Es ist unwahrscheinlich, dass der Verein ihn diesen Sommer unter großem Druck verkaufen muss. Die Leistung gegen den HSV hat gezeigt: Stage ist nicht nur treffergefährlich, sondern auch ein wichtiger Faktor für die mannschaftliche Geschlossenheit. Die Fans können sich auf ihn verlassen.
Trainer Daniel Thioune und sein Stab hatten die Bedeutung des Nordderbys bereits in der vergangenen Woche mit einem 30-minütigen Motivationsvideo verdeutlicht, das unzählige Szenen zeigte, die die emotionale Wucht dieses Duells widerspiegeln. Es war ein Appell an die Spieler, sich der Tradition und der Bedeutung des Spiels bewusst zu sein. Und es hat funktioniert.
