Nordderby-eklat: hsv droht teure quittung – bremer cdu macht druck!
Die Stimmung im Weser-Stadion war brodelnd, das Spiel zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV packend – und die Folgen für den HSV könnten bitter teuer werden. Nach den Ausschreitungen beim Nordderby fordert nun auch die Bremer CDU, der Hamburger Sportverein (HSV) für die entstandenen Schäden zur Kasse gebeten zu werden. Eine Eskalation, die die Debatte um Verantwortung und Sicherheit im Fußball neu entfacht.

Pyrotechnik, brandstiftung und polizeieinsatz: eine bilanz der gewalt
Was am vergangenen Wochenende im Weser-Stadion geschah, ging weit über das übliche Nordderby-Feuerwerk hinaus. Leuchtraketen flogen in die Werder-Fankurve, eine Toilettenanlage wurde in Brand gesetzt und es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die Bilder waren alarmierend und zeigten eine Eskalation, die viele Fans schockierte. Die Bremer Behörden nahmen Anzeigen auf und die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.
Die CDU-Fraktion in der Bürgerschaft sieht die Sache klar: „Gewalt hat in unseren Stadien nichts zu suchen“, so innen- und sportpolitischer Sprecher Marco Lübke. Die Kosten für die entstandenen Schäden sollten nicht allein beim Heimverein Werder hängen bleiben. Eine Forderung, die angesichts der Dimensionen der Vorkommnisse nachvollziehbar ist.
Auch Bremens Innensenatorin Eva Högl (SPD) hatte sich bereits in diese Richtung geäußert und betonte, dass die Vorfälle sehr ernst genommen würden. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) geht sogar noch einen Schritt weiter und fordert eine Neuregelung bei der Begleichung zusätzlicher Polizeikosten. Die DFL müsse eine „gerechte und verbindliche Kostenverteilung auf alle beteiligten Vereine sicherstellen“.
Ein Detail, das man nicht übersehen darf: Die zusätzlichen Polizeikosten, die bei solchen Hochrisikospielen anfallen, werden bislang einseitig Werder Bremen in Rechnung gestellt – ein Zustand, den die GdP als ungerecht empfindet. Wenn dieses Geld zweckgebunden für die Stärkung der Sicherheitskräfte eingesetzt wird, wäre das ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung.
Doch es geht um mehr als nur um Geld. Die Vorfälle beim Nordderby haben eine Debatte über die Verantwortung der Vereine und die Notwendigkeit einer klaren Distanzierung von gewaltbereiten Fans ausgelöst. Cornelius Göbel, Direktor für Fans, Kultur und Nachhaltigkeit beim HSV, betonte, dass das gezielte Abschießen von Pyrotechnik in Richtung anderer Zuschauerbereiche eine „deutliche Eskalation“ darstelle. Und die Polizei drängt darauf, dass sich die friedlichen Fans von den wenigen gewaltbereiten Personen distanzieren.
Die Bilanz des Polizeieinsatzes wird als positiv bewertet, auch wenn die Abreise der HSV-Anhänger nicht ganz störungsfrei verlief. Doch der Schatten der Gewalt liegt weiterhin über dem Nordderby. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Forderungen nach einer Neuregelung der Kostenverteilung und einer verstärkten Distanzierung von gewaltbereiten Fans auf fruchtbaren Boden fallen.
Die HSV-Vereinsführung steht nun vor der Herausforderung, die Vorfälle aufzuarbeiten und glaubwürdig für ein friedliches Miteinander im Fußball einzutreten. Denn eines ist klar: Die teure Quittung für das Nordderby könnte nur der Anfang einer längeren Auseinandersetzung sein.
