Noppert kotzt sich zum 9-darter: krank, aber unbesiegbar

Danny Noppert spuckte fünf Mal in die Toilette, warf dann den perfekten Leg und liegt jetzt trotz Fiebertraum in den UK-Open-Runde der letzten 32. Der Niederländer schob gegen Dimitri Van den Bergh nicht nur die Darts ins Triple-20, sondern auch seine Magensäure – und landete trotzdem den begehrten Neun-Darter zum 10:8-Sieg.

„Ich hab mich vor einem Match noch nie so elend gefühlt“, postete der 33-Jährige auf Facebook, „fünf Mal gebrochen, Magen wie ein Wäscherinnenbecken.“ Die Zahlen sprechen trotzdem für sich: 501 Punkte in neun Würfen, 100 Prozent Checkout-Quote, 107,89 Average. Krankheit? Nebensache.

Der 9-darter war seine medizin

Der 9-darter war seine medizin

Während seine Frau hinter der Bühne Tüten bereithielt, stellte Noppert die Crowd auf Maximum. Der finale Treble-Double-Finish war kein Kunstschuss, sondern ein Akt purer Selbsttherapie. „Als die 60 reinrauschte, hab ich kurz gedacht: Jetzt kippst du um oder wirst Weltmeister“, sagte er später. Er blieb wach – und wurde zur Live-Sensation des Turniers.

Am Samstag wartet Peter Wright, der an Pfingsten 2022 selbst noch sein Kostüm wechselte, während Noppert damals seinen ersten UK-Open-Titel holte. Die Buchmacher sehen den Schotten leicht vorn, doch das interessiert Noppert gerade so viel wie sein Toilettenpapierverbrauch. „Ich lieg jetzt im Bett, trink Wasser und hoff, dass morgen nicht alles doppelt ist“, schrieb er – und meinte die Scheibe, nicht sein Sehvermögen.

Die Message an die Konkurrenz: Wenn der Dutchman selbst mit Noroviren noch Neun-Darter wirft, fragt sich das Feld, was passiert, wenn er wieder toastbrotfest ist. Wright wird das herausfinden – und die 10.000 Pfund Neun-Darter-Prämie sind längst nicht das einzige, was Noppert heute kassiert hat: Er holte sich auch die Sympathie einer ganzen Darts-Welt, die gerade begreift, dass Talent ohne Magen manchmal weiterfliegt als mit.