Noam micheletti bricht sich den schienbeinkopf – saison-aus für hcc-talent
Der Aufschrei im Patinoire des Métaux d’Or war selbst über die Bande zu hören. Noam Micheletti rutschte in einem U-21-Spiel aus, prallte mit dem linken Schienbein gegen die Bande – und brach sich den Schienbeinkopf. Das bedeutet: Aus, Ende, vorbei. Der 20-jährige Verteidiger des HC La Chaux-de-Fonds fehlt vier bis sechs Wochen, die Saison ist damit gelaufen.

Die rückholaktion war erst wenige tage alt
Mitte Januar hatte der HCC Micheletti aus dem Leihgeschäft bei den GDT Bellinzona Snakes zurückgeholt. In den Tessiner 37 Partien steuerte er zwei Tore und sieben Assists bei – keine Weltkarriere, aber ein klares Signal: Hier wächst ein mobiler Defensivspieler mit Spielverstand. In Chaux-de-Fonds kam Micheletti bislang auf acht Einsätze und ein Tor. Jetzt dieser Schlag.
Die Verletzung wirft die Defense-Planung von Trainer Eric Bustros über den Haufen. Mit David Eugster und Valentin Pilet fehlen bereits zwei Stammkräfte, nun also auch Micheletti. Die Playoffs rücken näher, der Kader wird dünner. Die sportliche Leitung bestätigte, dass kein Ersatz mehr kommt – Vertrauen in die eigenen Junioren ist das Credo, doch die Frage bleibt: Reicht das?
Für Micheletti persönlich ist der Zeitpunkt brutal. Er hatte gerade den Sprung ins höhere Tempo geschafft, die Ice-Time stieg, das Selbstvertrauen mit jedem Shift. Nun Monate ohne Spielpraxis, dafür Reha, Kraftkammer, einsame Laufrunden. Die Knochenheilung dauert, der Saisonstart 2024/25 ist nicht in Gefahr – aber der mentale Reset ebenso nötig wie der medizinische.
Die Liga schläft nicht. Während Micheletti am Montag operiert wurde, trainierte der Rest des HCC bereits wieder im Sprintmodus. Die Punktejagd geht weiter, ohne einen Mann, der gerade erst angekommen schien. Das Schicksal des Eishockeys: Gestern noch Held, heute Krankenhausflur. Die Saison ist nicht mehr zu retten – für Micheletti und vielleicht auch für die Playoff-Träume seines Klubs.
