Nishikori zieht sich zurück – doch eine 12-minuten-pause lässt nadal noch heute kochen

Kei Nishikori wird nach dieser Saison aufhören. Keine große Überraschung, denn seine Knochen sind müde, seine Ranglistenposition liegt jenseits der Top 400. Was bleibt, ist eine Episode aus Rio 2016, die Rafael Nadal so wütend machte, dass selbst Nick Kyrgios neidisch gewesen wäre.

Die toilettenpause, die olympia veränderte

Es war das Bronzespiel von Rio, Nishikori führte gegen Nadal 6:2, 5:2. Matchball. Dann brach er ein, verlor den Satz und verschwand für zwölf Minuten. Kein Ball wurde gespielt, aber viel geredet. Nadal tobte beim Schiedsrichter: „Ich geh jetzt auch ‘ne Cola holen!“ Carlos Bernardes, der ihm 2015 in Rio verboten hatte, seine Hose auf dem Platz zu wechseln, musste sich anhören: „Damals durfte ich nicht mal meine Shorts umdrehen, und jetzt darf er duschen?“

Conchita Martínez warf Nishikori vor, sich in der Pause tatsächlich geduscht zu haben. Er bestreitet es bis heute und sagt, er sei nur zu einer entfernten Toilette geführt worden. Fakt ist: Als er zurückkam, war Nadals Momentum weg. Nishikori nahm den dritten Satz 6:3 und die Medaille mit.

Die nachbrenner der 12 minuten

Die nachbrenner der 12 minuten

Nadal schüttelte nach dem Matchball die Hand, als hätte sie 40 Grad Fieber. Die Regeln wurden verschärft, die ITF führte eine klare Zeitlimite für Toilettenpausen ein. Beim Challenger in Hersonissos flog Mats Rosenkranz 2023 deswegen raus – zehn Sekunden unter der Dusche reichten für eine Disqualifikation.

Nishikori selbst blickt mit gemischten Gefühlen zurück: „Ich habe alles gegeben“, schrieb er zu seinem Rücktritt. Auch Nadal hat längst wieder Respekt vor dem Japaner gezeigt. Doch wenn sich die beiden ein letztes Mal begegnen, wird jemand zwangsläufig nach diesen zwölf Minuten fragen. Die Antwort wird Nadal vermutlich immer noch kochend machen.