Nina meinke boxt um ihr leben – und um zwei gürtel in der fischauktionshalle
Am Freitag tritt Nina Meinke in der Hamburger Fischauktionshalle an – und es ist kein normaler Kampf. Es ist der zweite Anlauf, nachdem ein Bandscheibenvorfall sie fast aus dem Ring gefegt hätte. Lähmungserscheinungen, Not-OP, 20 Prozent Heilungschance. Die Berlinerin sagt: „Ich habe zu Hause Schattenboxen gemacht, bis mein Freund mich rausgeschmissen hat.“
Die rückkehr der „brave“
Die 33-Jährige holte sich den IBF-Titel im Federgewicht im September 2024 in einer Schlacht gegen Daniela Bermudez, verteidigte ihn im Mai 2025 – und brach dann selbst zusammen. Die Nerven waren so stark eingequetscht, dass das rechte Bein für Stunden taub blieb. Zehn Monate später steht sie vor 400 Zuschauern in der Halle am Hafen, topfit, laut, hungrig. Gegnerin: Dyana Vargas, Dominikanerin, 12 Runden, drei Minuten, alles oder nichts.
Kay Huste, ihr Trainer seit Jahren, sagt: „Wir wollen zeigen, wer der Champ ist.“ Gemeint ist nicht nur der IBF-Gürtel. Auch der vakante IBO-Titel liegt bereit. Meinke kämpft also um zwei Krone gleichzeitig – und um die Bestätigung, dass der Körper noch mitmacht, wo die Ärzte längst abgeschrieben hatten.

Vargas gilt als „verrückte“, meinke als berechnend
Die Gegnerin ist bekannt für wilde Angriffe, unorthodoxe Winkel, ein Stil, der Gegner aus der Komfortzone reißt. Meinke selbst ist die Taktikerin. Jabs, Footwork, Tempo. Sie sagt: „Ich bin guter Dinge, aber ich kenne ihre Videos.“ Translation: Sie hat jede Sekunde analysiert. In der Fischauktionshalle wird es nach Fisch riechen, nach Schweiß, nach Salz. Die Decken sind hoch, die Stimmen hallen, das Publikum steht dicht an der Ringecke. Kein Ort für schöne Shows, perfekt für eine, die schon mal am Boden lag.
Die Quote der Ärzte lag bei 20 Prozent. Die Quote im Ring liegt bei 50 – Sieg oder Niederlage. Meinke hat sich für die dritte Option entschieden: den Weg zurück in die Mitte des Rings. Wer sie Freitag um 19.15 Uhr live verfolgt, sieht keine Comeback-Story. Er sieht eine Frau, die ihre eigene Statistik umschreibt.
