Niederlechner versinkt auf der tribüne – 1860-star ist plötzlich nur noch statist
Florian Niederlechner saß beim 0:0 gegen Wiesbaden in Reihe sieben, Platz drei – nicht im Strafraum, sondern im Sechzehner der Gästefans. 90 Minuten lang. Der einstige Hoffnungsträger ist beim TSV 1860 München zum Zuschauer degradiert, während Sigurd Haugen mit Maske und Elfmetertor die Liga erzittern lässt.
Der sturm ist voll – und niederlechner steht draußen
Trainer Markus Kauczinski spielt nur noch mit einer Spitze. Die trägt Haugen, 11 Tore, 2 Vorlagen, Maske aus Karbon – ein Comic-Held. Dahinter: Justin Steinkötter, bis Januar Abriss-Banker, nun Abräumer. Wer braucht da einen 35-Jährigen, dessen letzte Saisontreffen auf den August zurückdatieren?
Die Zahlen sind gnadenlos: 2026 stand Niederlechner zwölf Minuten auf dem Platz – verteilt auf sechs Partien. Keine Blessur, keine Suspendierung, einfach nur Leerlauf. «Wir haben Sigi gesetzt», sagt Kauczinski, und das klingt nach einem Satz, der keinen Gegentwiss duldet.

Verpasstes lager, verlorene geschwindigkeit
Muskuläre Probleme verhinderten die Reise ins Wintertrainingslager. Seitdem wirkt Niederlechner wie ein Auto mit Handbremse: Einsatzbereitschaft vorhanden, aber die Kurven nimmt er zwei Zählmaschinen später. In der 3. Liga reicht das nicht mehr.
Dennoch hält die Kabine die Treue. Kapitän Thore Jacobsen: «Er hat das Herz am richtigen Fleck. Er wird wieder wichtig werden.» Klingt nach Ritterschlag, wirkt aber wie ein Trostpflaster auf offener Wunde.

Vertrag bis 2027 – zeit für ein happy end?
Die Löwen liegen vier Punkte hinter Rang zwei, neun Spiele sind noch zu absolvieren. Niederlechner kennt das Finale: 2016 schoss er den SC Freiburg in die Bundesliga. Die Münchner haben seinen Vertrag bis Juni 2027 verlängert – ein Seil, lang genug, um sich selbst aus dem Abstellgleis zu ziehen. Ob er es tut, wird sich zeigen. Bis dahin sitzt er am Freitag vermutlich wieder in Reihe sieben, Platz drei – und hofft, dass die Maske des anderen irgendwann rutscht.
