Nfl-traum wird realität: wiegands weg von europa zum durchbruch
- Dankbarkeit und stolz: wiegands rückblick auf seine reise
- Europäischer vorreiter: wiegands inspiration für die nächste generation
- Der pro day als wendepunkt: 38 wiederholungen, die türen öffneten
- Nfl-realität: von containern zu high-tech-anlagen
- Die wichtigsten learnings: charakterstärke und harte arbeit zahlen sich aus
Leander Wiegand hat es geschafft: Der deutsche Offensive Lineman hat den Sprung von der European League of Football (ELF) in die National Football League (NFL) vollzogen. Sein Weg war alles andere als geradlinig, aber seine Entschlossenheit und harte Arbeit haben sich ausgezahlt. Im exklusiven Gespräch mit football-world.news blickt Wiegand zurück auf seine außergewöhnliche Karriere, teilt Einblicke in die Unterschiede zwischen ELF und NFL und gibt jungen deutschen Football-Spielern eine klare Botschaft.
Dankbarkeit und stolz: wiegands rückblick auf seine reise
„Voller Dankbarkeit blicke ich auf meinen Weg zurück“, erklärt Wiegand. „Die Möglichkeit, all das zu erleben – von Köln über Düsseldorf und München bis ins IPP und schließlich nach New York – war genial.“ Der Weg war gepflastert mit Herausforderungen, aber auch mit unzähligen positiven Begegnungen und der stetigen Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. „Ich durfte viele tolle Menschen kennenlernen, von Mitspielern bis Coaches, und konnte mich stetig verbessern. Am Ende hat es dann sogar für die NFL gereicht.“

Europäischer vorreiter: wiegands inspiration für die nächste generation
Wiegand sieht sich als Vorreiter für andere europäische Spieler. „Ich bekomme viele Nachrichten von Spielern, vor allem aus Deutschland, aber mittlerweile auch aus anderen europäischen Ländern, die sich über College, das IPP und die NFL informieren.“ Er betont, dass es heute mehr Ressourcen gibt und der Weg immer häufiger beschritten wird. „Das hat mich auch motiviert. Ich habe mich sehr gefreut, Europa beziehungsweise Deutschland vertreten zu dürfen.“ Mit Felix Lepper folgt nun ein weiterer Spieler aus Deutschland und der ELF in Wiegands Fußstapfen.

Der pro day als wendepunkt: 38 wiederholungen, die türen öffneten
Der 26. März 2025 wird für Wiegand immer ein besonderer Tag bleiben. „Der größte Moment war wahrscheinlich mein NFL-Debüt im MetLife Stadium gegen die Giants“, erinnert er sich. „Aber der entscheidende Wendepunkt war mein Pro Day im letzten Jahr. Dort konnte ich das Blatt wenden.“ Vorher lief es im Trainingslager nicht optimal, aber der unglaubliche Erfolg beim Bench Press – 38 Wiederholungen – katapultierte ihn in den Fokus der Scouts. „Ich wusste auf jeden Fall, dass ich den NFL-Rekord schlagen kann und besser bin als der bisher Beste aus den USA“, so Wiegand.

Nfl-realität: von containern zu high-tech-anlagen
Der Unterschied zwischen den Trainingsbedingungen in Europa und in der NFL ist enorm. „In München haben wir uns teilweise auf einem staubigen Parkplatz getroffen, uns in Containern umgezogen und auf einem durchschnittlichen Rasen trainiert. Bei den Jets fährt man über eine eigene Straße zur Anlage, mit Sicherheitsdienst, großen Flaggen und einer beeindruckenden Infrastruktur. Da merkt man, was Profisport bedeutet.“

Die wichtigsten learnings: charakterstärke und harte arbeit zahlen sich aus
Die Saison 2025 war für die Jets zwar schwierig, doch Wiegand konnte wertvolle Erfahrungen sammeln. „Ein zentrales Learning ist, dass am Ende nur das Ergebnis zählt. Es spielt keine Rolle, wie knapp oder aus welchen Gründen man verliert – eine Niederlage bleibt eine Niederlage.“ Er betont, dass man Wege finden muss, Spiele zu gewinnen und mit Rückschlägen umzugehen. „Gerade in schwierigen Phasen zeigt sich der Charakter eines Spielers.“
Wiegands Botschaft an junge deutsche O-Liner ist klar: „Harte Arbeit führt immer zu positiven Entwicklungen. Selbst wenn man sein ursprüngliches Ziel nicht erreicht, entwickelt man sich charakterlich weiter. Dieser Prozess ist mindestens genauso wichtig wie der sportliche Erfolg.“
