Nfl-quarterback: wo weltklasse nicht reicht – ein brutaler standard!

Die NFL ist eine Liga, in der Träume geboren und genauso schnell wieder zerplatzen. Und nirgendwo ist das so deutlich wie bei den Quarterbacks. Denn hier gilt: Selbst wenn du zu den besten 32 Spielern der Welt gehörst, kannst du als schlechter Quarterback gelten. Eine bittere Realität, die selbst erfahrene Profis zu Tränen bringt.

Der ball in der hand, die welt an den schultern

Jeder, der American Football verfolgt, weiß: Der Quarterback ist das Herzstück der Offense. Er ist nicht nur der Spielmacher, sondern auch der verlängerte Arm des Trainers, der Anführer auf dem Platz und das Gesicht der Franchise. Innerhalb von zwei bis drei Sekunden muss er die Defense lesen, den Pass Rush einschätzen, seine Protection koordinieren und den perfekten Pass spielen. Und das immer und immer wieder, Spielzug für Spielzug. Ein Druck, der die meisten nur aushalten können, wenn sie zur absoluten Elite gehören.

Die Completion Percentage von 60 Prozent oder weniger gilt in der modernen NFL als kaum noch spielbar. Wer also mehr als ein Drittel seiner Pässe verfehlt, hat bereits mit einem Bein das Nachsehen. Die Position ist unerbittlich: Es gibt keine Ausreden, keine Rotationen, keinen Luxus, sich zurückzulehnen. Bleibt der Quarterback stehen, wird er vom Platz getragen.

Nur 32 jobs für die besten der welt

Nur 32 jobs für die besten der welt

Was diese Position so einzigartig und gnadenlos macht, ist die schlichtweg geringe Anzahl an Starting-Quarterback-Jobs weltweit. Es gibt nur 32, einmal für jedes Team der NFL. Das bedeutet, alle Quarterbacks der Welt, aus allen Ligen und Ländern, kämpfen um diese exklusiven Plätze. Wer einen dieser Jobs hat, gehört zu den 32 besten der Welt – und trotzdem kann er in der NFL als Versager gelten.

Betrachten wir Tua Tagovailoa, der in mehreren Saisons auf Top-15-Niveau oder sogar darüber gespielt haben soll. Dennoch wurde er von den Miami Dolphins entlassen. Selbst wenn man davon ausgeht, dass er irgendwo in der Range des 25. besten Quarterbacks der Liga war – ein beeindruckendes Niveau, wenn man bedenkt, dass es weltweit nur 24 Spieler besser machen. Doch in der NFL reicht das einfach nicht aus.

Ein teufelskreis aus erwartungen und knappheit

Ein teufelskreis aus erwartungen und knappheit

Warum ist der Anspruch so hoch? Von den 32 NFL-Teams dürften realistisch gesehen nur acht bis zwölf mit ihrem aktuellen Quarterback wirklich zufrieden sein. Würde man jedem Team die Wahl zwischen dem eigenen Quarterback und einem beliebigen anderen aus der Liga geben, würde diese Zahl auf vier bis sechs sinken. Das Resultat: Rund 26 Teams suchen verzweifelt nach einem Upgrade.

Das Problem ist: Es gibt keins. Das College-System produziert nicht konstant genug hochwertige Quarterbacks, die Nachfrage übersteigt das Angebot bei weitem. Der Draft ist daher jedes Jahr die große Hoffnung, endlich den richtigen Mann zu finden. Doch die Quarterback-Evaluierung ist die schwierigste im gesamten Draft-Prozess und hat in der Vergangenheit zu zahlreichen Fehlentscheidungen geführt. Selbst mit fortschrittlicher Analytics bleibt die Frage, ob ein Quarterback tatsächlich NFL-Qualität hat, ein Rätsel.

Wer behauptet, Quarterbacks zuverlässig bewerten zu können oder eine Metrik gefunden zu haben, die NFL-Erfolg vorhersagt, der irrt. Es gibt keine einzelne Zahl, die die Antwort liefert. Nur durch das Ausschließen von Spielern kann man sich annähern, aber einen Top-Quarterback im Draft zu treffen und dann auch noch auszuwählen, ist letztlich Glückssache.

Ein unbarmherziger standard

Ein unbarmherziger standard

Und genau das macht die Quarterback-Position so brutal. Wer es nach ein, zwei oder drei Jahren nicht schafft, zur absoluten Spitze seiner Position zu gehören, wird ersetzt und gilt als gescheitert. Auf keiner anderen Position im Football gilt ein solch absoluter Standard. Ein Wide Receiver oder Edge Rusher, der unter den zehn bis fünfzehn besten Spielern seiner Position landet, ist ein Superstar. Ein Quarterback auf demselben Niveau steht kurz vor dem Ende seiner Karriere. Die NFL ist ein Geschäft, und die Quarterbacks müssen liefern – oder gehen.