Neuenschwanders overtime rettet die schweiz vor blamage

Die Schweizer U-18-Nationalmannschaft hat sich mit einem blauen Auge aus der WM-Elite gerettet. Ein 6:5 nach Verlängerung gegen die Ukraine tarnt, dass die Truppe von Patrick Schöb fast den kompletten Vorsprung verspielt hätte – und damit das Gesicht.

3:0-Führung reicht nicht: ukraine schlägt zurück

Maxime Sauthier und Kimi Sutter hatten mit einem Doppelpack alles auf Kurs gebracht. Nach 25 Minuten stand es 3:0, die Schweiz dominierte wie gegen Kasachstan das Tempo, und die Ukraine wirkte aufgeschmissen. Dann schalteten die Eidgenossen auf Sparflamme. Die Folge: fünf Gegentore in 23 Minuten, zwei davon in Unterzahl. Der Drops war gelutscht, als die Ukrainer beim 5:5 den Kasten abfeierten – bis Jonah Neuenschwander einschob.

Der 17-jährige Center aus Biel nutzte eine lose Scheibe im Slot und donnerte sie nach 3:46 Minuten der Overtime unter die Latte. Die Bank explodierte, doch die Erleichterung wirkte verhalten. „Wir haben die richtige Moral gezeigt“, sagte Neuenschwander, doch seine Stimme bebte. Er wusste: Bei einer Niederlage wäre die Schweiz trotz Aufstieg als Lachnummer aus der Gruppe gegangen.

Punktesammler retten die statistik

Punktesammler retten die statistik

Die Zahlen lügen nicht. Die Schweiz beendete die Gruppe mit doppelt so vielen Punkten wie die Ukraine. Klingt souverän, täuscht aber über eine Defensive hinweg, die in drei Spielen 17 Gegentore kassierte. Patrick Schöb nahm sich nach dem Spiel selbst aufs Korn: „Wir können nicht erwarten, dass unsere Stürmer jedes Mal sechs Tore machen.“

Die Lehre aus dem Turnier: Das Talent ist da, die Kopfsache noch nicht. Wer nach einer 3:0-Führung noch zittern muss, hat sich selbst nicht im Griff. Der Aufstieg ist gesichert, der Glanz bleibt auf der Strecke.