Neapel vor weichenstellung: conte-ära am ende?
Der SSC Neapel steht vor einem entscheidenden Sommer. Nach einer turbulenten Saison stellt sich die Frage: Wie geht es weiter für den amtierenden Meister? Ehemaliger Stürmerstar Antonio Giordano analysiert die Lage und warnt vor Selbstüberschätzung – die Zukunft des Klubs hängt davon ab, ob man sich in Europa behaupten will und wer das Zepter übernimmt.
Die conte-zeit: auslaufmodell?
Giordano, der Neapel mit Roberto Sosa – bekannt als „El Pampa“ – eine unvergessliche Zeit bescherte, äußert deutliche Zweifel an der Fortsetzung der Ära unter Trainer Antonio Conte. „Ich hatte bereits nach den Spielen gegen Parma und Lazio das Gefühl, dass der Kreislauf geschlossen ist“, so der ehemalige Angreifer. Während die Ergebnisse nicht diskutiert werden können – Conte ist zweifellos eine absolute Garantie – sei das Niveau des gezeigten Fußballs in lediglich sieben oder acht Spielen wirklich ansprechend gewesen. Die Frage, was Conte von seiner Mannschaft erwartet und welches Projekt er verfolgt, bleibt unbeantwortet. „Wenn es im September und Oktober wieder heißt ‚Wir müssen jedes dritte Spiel bestreiten‘, dann ist es an der Zeit, die Situation zu hinterfragen.“

Personelle veränderungen: wo muss neapel handeln?
Neapel präsentierte sich in dieser Saison als eine starke Mannschaft, die jedoch von zahlreichen Verletzungen geplagt wurde. Auch die Reaktionen des Marktes waren nicht immer überzeugend. Giordano zeigt sich zurückhaltend in seiner Kritik, betont aber, dass die Entscheidungen nicht in seiner Verantwortung liegen. „Es braucht einen neuen Innenverteidiger, da Juan Jesus’ Spielerpass schon etwas älter ist. Ein defensiver Mittelfeldspieler wäre im Falle eines Abgangs von Anguissa ebenfalls sinnvoll. Und vielleicht auch ein Joker für Osimhen, da Lukakus Erfahrung an ihre Grenzen gestoßen scheint.“
Die Suche nach einem neuen Torwart ist ebenfalls ein zentrales Thema. Die Torwart-Situation mit Meret und Milinkovic-Savic hat Giordano perplext gelassen. „Meret scheint mir aktuell nicht zu überzeugen, er hat in den letzten Spielen kaum eine gute Leistung gezeigt. Und Milinkovic-Savic hat mich noch nie vollends überzeugt.“
Ein weiterer Baustein für die Zukunft könnte die Suche nach einem Backup für Kapitän Di Lorenzo sein. Die Basis stimmt jedoch, in jeder Position gibt es Spieler, die das Potenzial haben, auf höchstem Niveau zu agieren.

Das größte fragezeichen: conte oder nicht conte?
Das größte Problem liegt jedoch tiefer: Conte hat nur noch einen Vertrag für ein weiteres Jahr. „Ich glaube nicht, dass es ihm Freude bereiten wird, in dieser Situation zu verharren“, meint Giordano. Daher sollte die Neapel-Führung bereits jetzt über die Zukunft nachdenken und gegebenenfalls den Blick auf die finanzielle Situation richten, falls eine Vertragsverlängerung nicht in Frage kommt.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Neapel den Weg des Umbruchs oder den des Feinschliffs einschlägt. Eines ist jedoch klar: Die Fans des SSC Neapel erwarten von ihrer Mannschaft stets das Maximale – und das gilt auch für die kommende Saison.
