Nawrath knallt zum saisonfinale nochmal aufs podest – und das ohne fehler

Am Schießstand keine Patrone daneben, auf der Loipe der letzte Biss: Philipp Nawrath stampfte beim Weltcup-Finale in Oslo über die Holmenkollen-Ziellinie und wusste sofort – Silber ist sein. 3,7 Sekunden fehlen auf den haushohen Norweger Johan-Olav Smördal Botn, der die Jubelmaschine der Heimfans zum Glühen bringt. Beide liefen und schossen wie im Rausch – vier Mal ins Schwarze, keine Strafkreisrunde. Dahinter schüttelt Éric Perrot, der Franzose mit der bereits sicheren großen Kugel, nur kurz den Kopf: zwei Fehler, trotzdem Bronze. Seine Laufschuhe retteten ihn, seine Konkurrenten auch.

Sturla holm lägreids siegesserie reißt – und mit ihr die norweger-nerven

Sturla holm lägreids siegesserie reißt – und mit ihr die norweger-nerven

Seit fünf Rennen hatte Sturla Holm Lägreid die Welt im Würgegriff. In Oslo rutschte eine kleine Kugel daneben – und schon war die Serie gerissen. Platz fünf, 20,6 Sekunden Rückstand, dafür reichte selbst sein Tempo nicht. Die norwegische Presse klagt über „zu viel Ehrgeiz“, die deutschen Fans feiern ein kleines Sommermärchen im März. Denn neben Nawrath lieferten auch Roman Rees und Justus Strelow solide Rennen ab – weit vorne, aber eben nicht auf dem Podest. Die DSV-Herren verabschieden sich ohne Sieg, doch mit dem Gefühl, dass da was kommen kann.

Bei den Frauen sieht es ähnlich aus: Lisa Vittozzi schlug sich tapfer, musste sich aber Elvira Öberg geschlagen geben – die Schwedin feierte vor heimischem Publikum den Massenstart-Sieg. Die deutschen Damen? Ohne Podest, ohne Sieg, dafür mit einer Saisonvorschau auf die nächste Chance. Die Statistik nagt: Kein deutscher Weltcup-Sieg bei den Frauen seit März 2020. Die Zeit tickt.

Die Bilanz des Winters: Perrot holt die große, Lägreid die kleine Kugel – und Nawrath nimmt die beste Visitenkarte mit in die Sommerpause. 45 Weltcup-Punkte für Rang zwei bedeuten Karrierrekord und ein dickes Ausrufezeichen für die WM-Saison 2027. Wer jetzt denkt, der Schneespaß ist vorbei, irrt: Die Skijäger verabschieden sich mit einem Paukenschlag – und kehren im November zurück, wenn der Kreislauf von Schweiß, Pulver und Adrenalin von neuem beginnt.