Nathalie björns comeback endet in tränen – chelsea gewinnt trotz drama

60 Sekunden. Mehr brauchte der Fußball, um Nathalie Björn erneut zu brechen. Die Schwedin war gerade erst zurück, da zerbarst ihr Traum vom Wiederaufstieg in einem einzigen, schmerzhaften Moment.

Der League-Cup der Frauen sollte ihr Bühnencomeback werden. Nach monatelanger Zwangspause wegen eines Oberschenkelrisses stand die 28-jährige Innenverteidigerin am Sonntag in der 62. Minute am Seitenband, atmete tief durch, lief. Und humpelte schon wieder zurück.

Die szene, die selbst gegnerinnen verstummen ließ

Björn packte sich ins Gesicht, fiel auf die Knie, schlug mit der Faust in den Rasen. Tränen statt Jubel. Die Chelsea-Auswechslung verwandelte sich in eine Trauerfeier. Mitspielerinnen umschlossen sie wie eine Schutzmauer, Manchester-United-Stars klopften respektvoll auf die Schulter. Die Stimme des Stadions erstarb, nur noch ein leiser Fluch war zu hören.

Der medizinische Staffel eilte herbei, band das rechte Bein, half ihr hinter die Linie. Dort stand Emma Hayes, die Chelsea-Trainerin, sichtlich mitgenommen. Sie hatte Björn extra vorsichtig aufgebaut, Minutenlimits gesetzt, Belastungstests gemacht. Nichts half.

Titel statt trost – das paradoxe happy end

Titel statt trost – das paradoxe happy end

Chelsea gewann 2:0, Lauren James und Ágnes Beever-Jones trafen. Der Pokal wandert erneut nach Westlondon. Doch die Silberware wirkt wie ein Trostpflaster auf einer offenen Wunde. Björn feierte mit, aber ihre Augen waren leer. Die Verletzung könnte die Vorbereitung auf die Europameisterschaft gefährden – Schwedens Abwehrzentrum ohne ihre Felsen?

Die Ärzte verweigern bislang eine Prognose. „Wir müssen abwarten, wie die Untersuchung ausfällt“, sagte Hayes sichtlich mit schwerer Stimme. Die Spielerin selbst schrieb auf Instagram nur drei Wörter: „Not again…“

Die Premier-League-Saison geht weiter, der Trainingsbetrieb auch. Aber für Nathalie Björn tickt eine andere Uhr. Sie wird wieder kämpfen – das weiß jeder, der sie kennt. Die Frage ist nur, wie lange der Körper diesmal braucht, um mitzuhalten. 60 Sekunden reichen, um alles zurückzuwerfen.