Narváez sticht fest: erster giro-etappensieg für ecuador!
Cosenza bebte gestern Abend
Radsportgeschichte, als Jhonatan Narváez vom Team UAE Emirates im Sprint einer berittenen Ausreißergruppe die vierte Etappe des 109. Giro d’Italia für sich entschied. Ein Triumph, der den Ecuadorianer erstmals in seiner Karriere zum Etappensieger macht und die bisherige Dominanz anderer Teams im Rennen durchbricht.Überraschungsmoment am berg
Die Etappe, die nach einem dreitägigen Auftakt in Bulgarien und einem Ruhetag stattfand, präsentierte ein hohes Tempo bereits im Bergabschnitt. „Es war recht hohes Tempo am Berg, das habe ich nicht erwartet“, gestand Florian Stork (Bünde/Tudor Pro Cycling) nach dem Rennen bei Eurosport. Stork, der als bester Deutscher mit einem elften Platz im Ziel einordnete, hatte gehofft auf eine größere Gruppe, die ihm im Sprint hätte gelegen. Doch der Kampf um Positionen erwies sich als zäh. „Beim Sprint sei es schwer gewesen, das richtige Rad zu finden. Auf der Zielgeraden hatte ich einfach die Beine nicht.“
Narváez nutzte die Gelegenheit gekonnt. Nachdem Orluis Aular (Venezuela/Movistar) und Giulio Ciccone (Italien/Lidl-Trek) im Sprint überraschend hinter ihm landeten, konnte er sich den Tagessieg sichern. Ciccone übernahm daraufhin das Rosa Trikot des Gesamtführenden von Guillermo Thomas Silva (Uruguay/XDS Astana).

Vingegaard-drama vor dem anstieg
Doch der Jubel in der UAE Emirates-Mannschaft wurde von einem Rückschlag überschattet. Top-Favorit Jonas Vingegaard musste bereits vor dem Start einen herben Verlust hinnehmen. Sein niederländischer Teamkollege Wilco Kelderman, der infolge eines Sturzes am Montag noch nicht vollständig genesen war, musste das Rennen aufgeben. Damit steht Vingegaard in den anspruchsvollen Berg-Etappen, die noch bevorstehen, ohne seinen erfahrenen Helfer da.
Die fünfte Etappe am Mittwoch verspricht weitere Spektakel. Mit einer Länge von 203 Kilometern zwischen Praia a Mare und Potenza und über 3700 Höhenmetern ist das Profil des Tages ideal für einen weiteren Ausreißerfolg. Die Entscheidung wird wohl erst in den finalen Kilometern fallen. Ob Narváez seine Form des Vortages wiederfindet oder andere Fahrer die Chance nutzen, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch klar: Der Giro d’Italia hält weiterhin Dramen und Überraschungen bereit.
