Nagelsmann schlägt zu: bayerns 18-jähriger karl rückt in den dfb-kader, musiala muss passen
Julian Nagelsmann setzt auf den nächsten Shootingstar. Lennart Karl, erst 18, noch in der Schulbank, aber längst Stammkraft beim FC Bayern, soll am Donnerstag seinen ersten Großkampf-Einsatz im Nationaltrikot erhalten. Die offizielle Nominierung fällt um 14 Uhr in Frankfurt – und sie dürfte für ein Erdbeben in der deutschen Fußballwelt sorgen.
Das berichten übereinstimmend Sky und Bild. Demnach steht der offensive Mittelfeldspieler gegen die Schweiz und Ghana in der Startelf-Planung. Ein Schritt, der nicht überraschend kommt, aber dennoch spektakulär ist. 32 Pflichtspiele, sieben Tore, fünf Vorlagen – und jetzt das Ticket für die A-Nationalmannschaft. Rekord-Jäger Karl traf in drei Champions-League-Partien am Stück, ein Novum für einen deutschen Teenager.
Warum karl? kompany liefert die antwort
Vincent Kompany stellt ihn seit Wochen vor Stars wie Olise, Díaz oder Gnabry auf. 20-mal stand Karl in der ersten Elf, meist als Rechtsaußen, manchmal als Zehner. Der belgische Chefcoach nennt ihn „spielintelligent, laufstark, eiskalt vor dem Tor“. Die Zahlen bestätigen das: Karl erzielt alle 145 Minuten ein Tor oder eine Vorlage – besser als jeder andere Feldspieler unter 21 in Europas Top-5-Ligen.
Nagelsmann beobachtete den Münchner U21-Nationalspieler bereits in der vergangenen Länderspielpause. Nach seinem Doppelpack gegen Frankreich im November legte der Bundestrainer durch: „Er hat Tempo, er hat Übersicht, er hat keine Angst.“ Die Tür zur WM 2026 stand seither offen – jetzt wird sie weit aufgerissen.

Musiala fällt aus – urbig rückt nach
Während Karl jubelt, muss Jamal Musiala passen. Der 23-Jährige laboriert an einer Reizung im rechten Sprunggelenk – Folge seines Bandrisses vom vergangenen Herbst. Nach Rücksprache mit Bayerns Medizin-Abteilung verzichtet Nagelsmann vorerst auf seinen Hoffnungsträger. Musiala wird individuell aufgebaut, ein Comeback für die Nations-League-Partien im Juni ist machbar.
Dafür erhält Jonas Urbig seinen ersten Kader-Call. Der 21-jährige Keeper hütet seit Neuer-Ausfall das Tor der Bayern und hält mit 2,1 Paraden pro Spiel die beste Quote aller Bundesliga-Torhüter. Nagelsmann will ihn als dritten Mann hinter Ter Stegen und Trapp testen. Ein Gutachten des DFB-Torwarttrainers Andreas Köpke bescheinigt ihm „herausragende Reflexe und eine Ruhe, die man selten sieht“.

Was das übermorgen bedeutet
Die Nominierung ist mehr als ein Symbol. Sie markiert das Ende der Altersvorsicht im DFB. Nagelsmann setzt auf Tempo statt Taktik, auf Mut statt Mauern. Mit Wirtz, Müller und Kroos ist die alte Garde bereits Geschichte. Die neue heißt Karl – und sie beginnt schon am Samstag in Basel.
Die Botschaft ist klar: Wer spielt, wird berufen. Und wer trifft, darf bleiben. Für Karl beginnt damit die wohl schnellste Kariere der deutschen Fußballgeschichte. Vom Jugendzentrum in Fürth ins Allianz Stadium, von der B-Jugend in die Champions League – und jetzt ins Nationalteam. Alles in 18 Monaten. Die Uhr tickt. Die Welt schaut. Und Karl? Der lächelt nur. Er weiß: Der nächste Rekord wartet schon.
