Nagelsmann reagiert auf ausfälle – stiller und führich rücken nach

Julian Nagelsmann musste kurzfristig umbauen. Aleksandar Pavlovic und Felix Nmecha fallen verletzt aus, für sie rücken Angelo Stiller und Chris Führich in den Kader der deutschen Nationalmannschaft. Die Entscheidung fällt knapp vor dem ersten Länderspiel des Jahres – und wirft Fragen auf.

Die nachnominierten: stiller und führich übernehmen verantwortung

Stiller, 23, war in den vergangenen Monaten eine Konstante im defensiven Mittelfeld des VfB Stuttgart. Seine Zuverlässigkeit und sein Spielverständnis machen ihn zum idealen Kandidaten für Pavlovics Position. „Er bringt Stabilität und eine klare Linie“, sagte Nagelsmann bereits vor Wochen – damals noch als Lob, heute als Notlösung. Führich hingegen kehrt nach längerer Abwesenheit zurück. Der Flügelspieler war Teil des EM-Kaders 2024, fiel danach aber aus dem Blickfeld. Nun die zweite Chance – und das gleich im eigenen Stadion.

Doch die personellen Lücken sind nicht die einzigen Baustellen. Mit Jamal Musiala, Nathaniel Brown und Jamie Leweling fehlen weitere Leistungsträger. Besonders bitter: Musialas Sprunggelenk reagierte nach seiner langwierigen Verletzung – ein Rückschlag, der seine WM-Vorbereitung gefährdet. Brown und Leweling laborieren an Muskelproblemen, die ihre Einsatzzeiten offen lassen.

Die wm rückt näher – der kader wird enger

Die wm rückt näher – der kader wird enger

Nagelsmann hatte vor wenigen Tagen betont, dass neun von elf Startelfplätzen für das Eröffnungsspiel gegen Curacao bereits vergeben seien. Mit jedem Ausfall wird die Rechnung komplizierter. Die Testspiele gegen die Schweiz und Ghana sind nicht nur Pflicht – sie sind Prüfstein. Stiller und Führich müssen liefern, sonst droht der nächste Umbruch.

Die Entscheidung für Stiller ist dabei wenig überraschend. Sein Passpiel, seine Zweikampfführung und seine Laufwege passen ins Nagelsmann-System. Führichs Nominierung hingegen ist ein Signal: Form zählt mehr als Reputation. Der 28-Jährige liefert in Stuttgart Tore und Vorlagen, aber auch die nötige Aggressivität. Genau das, was Nagelsmann sucht – und was er in den letzten Monaten vermisste.

Die nächsten Tage werden zeigen, ob die improvisierte Lösung funktioniert. Die Schweiz in Basel ist kein Gegner, den man unterschätzen darf. Ghana drei Tage später ist ein Test auf physischer Ebene. Und für Stiller und Führich ist es mehr als nur ein Länderspiel – es ist die Tür zur WM. Wer hier glänzt, kann sich einen Platz im Flieger nach Kanada sichern. Wer versagt, fliegt vielleicht gar nicht erst.