Nach hansa-pleite: wehen wiesbaden rudert gegen den strom
Der Traum von der 2. Bundesliga blutet. Nach dem 0:1 gegen Hansa Rostock hat der SV Wehen Wiesbaden nicht nur seine Heimserie verloren, sondern auch die Geduld. Trainer Daniel Scherning schmiss mit der Faust auf die Taktiktafel, Kapitän Fatih Kaya schwieg fünf Minuten lang. Sechs Punkte Rückstand auf Platz drei, sieben auf Platz zwei – das ist kein Rückstand mehr, das ist ein Grab.
Die nackten zahlen schreien
Von den acht Klubs im Aufstiegsrennen hat Wiesbaden die schlechtesten Karten. Die Konkurrenz legte am Wochenende nach: Dresden gewann, Osnabrück gewann, selbst Ingolstadt drehte auf. Dabei war Rostock eigentlich machbar. Der frühe Elfmeter war ein Schock, doch was folgte, war ein Sammelsurium an vergebenen Großchancen. Gino Fechner traf nur die Latte, Lukas Schleimer vergab aus vier Metern das leere Tor. „Wenn du so etwas nicht nutzt, wirst du bestraft“, sagte Scherning mit schwerer Stimme. Die xG-Bilanz des Spiels: 2,4 zu 0,9 – ein Sieg hätte sogar verdient gewesen.

Pokal-halbfinale wird zur zitterpartie
Am Mittwoch geht’s nach Ober-Roden – ein Verbandsligist im Pokal, das klingt nach Pflichtsieg. Doch genau diese Haltung hat den SVWW schon mehrfach gestolpern lassen. „Wir sind nicht in der Position, irgendetwas abzuschreiben“, warnt Kaya. Die Relegationsplätze entfernen sich rapide, der DFB-Pokal-Ticket könnte die letzte Rettung sein. Scherning will Rotation, der Kader ist dünn, die Knochen müden. Die nächsten Wochen entscheiden, ob die Saison am 5. April in Aachen ein vorzeitiges Ende findet – oder doch noch einmal ein Finale wird.
Der SVWW rudert gegen den Strom. Aber das Boot hat Löcher, und die Ruder beginnen zu splittern.
