Nach 5041 tagen trifft insigne wieder für pescara – und die kurve explodiert

Lorenzo Insigne hat das Adriatico zum Beben gebracht. 13 Jahre, 9 Monate und 29 Tage nach seinem letzten Treffer für Pescara netzte der 34-jährige Flügelstürmer gegen Palermo zum 1:1 ein. Die Nordkurve brach in Ekstase aus, denn der Moment war mehr als nur ein Tor: Es war die Rückkehr eines verloren geglaubten Sohns.

Die Szene war schnell, fast schon brutal. Joronen verpatzte seinen Abschlag, Di Nardo stibitzte die Kugel, ein Pass, ein Berührung – und Insigne schob mit der Spitze ein. Fertig. 1386 Tage hatte der ehemalige Napoli-Kapitän auf diesen Treffer in italienischen Stadionen gewartet. Das 1:1 reichte Pescara zwar nicht zum Sieg, aber es reichte, um dem Tabellenletzten Luft zu verschaffen.

Ein versprechen, das ihn nach abruzzen zog

Ein versprechen, das ihn nach abruzzen zog

„Ich hatte andere Angebote, aber ich hatte Sebastiani versprochen, nur für Pescara zu spielen“, sagte Insigne im Januar, als er nach seinem MLS-Ausflug in Toronto als Free Agent landete. Der Präsident hielt Wort, stellte ihn sofort auf, und Gorgone setzte ihn erstmals in dieser Saison von Anfang an auf – mit der Kapitänsbinde. Die Antwort folgte auf dem Platz.

Das 2:1-Siegtor für Palermo erzielte Meazzi in der Schlussphase, doch die Schlagzeilen gehören Insigne. Der letzte Pescara-Treffer datiert vom 12. Mai 2012, damals 2:0 gegen Turin in Serie B. Mit ihm traf auch Ciro Immobile – zwei Namen, die später groß werden sollten. Auf den Bänken saßen übrigens Zdenek Zeman und Gian Piero Ventura. Geschichte wiederholt sich, nur anders.

Die Zahl 5041 ist keine schöne. Sie erinnert an Verletzungen, an Leihgeschäfte, an eine Karriere, die anders verlaufen konnte. Aber sie erinnert auch daran, dass Fußball manchmal Geschichten schreibt, die kein Drehbuchautor erfinden würde. Insigne reist nicht mehr mit Privatjet, er kämpft im Tabellenkeller. Und er lacht trotzdem.

Pescara bleibt Letzter, der Abstand zum rettenden Ufer beträgt fünf Punkte. Aber wer diese Kurve gesehen hat, weiß: Die Saison ist noch lang, und Lorenzo Insigne hat gerade erst wieder angefangen zu erzählen.