Myles garrett packt die tränen ein – nach rekord-saison geht's nach l.a.
Cleveland atmet tief durch, Los Angeles jubelt. Nach neun Jahren, 83,5 Sacks und einem NFL-Rekord von 23 Quarterback-Takedowns in der vergangenen Saison verlässt Myles Garrett die Browns – und hinterlässt eine Stadt mit offenen Mündern und feuchten Augen.
„Ich habe dieser stadt alles gegeben“
Gestern Nacht, 23:47 Uhr Ortszeit, postete Garrett ein Video auf Instagram. Schwarz-Weiß-Bilder seiner ersten Saison, sein erster Sack gegen die Steelers, die Playoff-Siegesfeier 2020. Dann die Stimme: ruhig, aber brüchig. „Cleveland hat mich härter gemacht. Ihr habt mir Durchhaltevermögen beigebracht.“ Keine PR-Floskeln, keine Agenten-Manier. Nur ein 30-Jähriger, der sich von seiner zweiten Heimat verabschiedet.
Die Zahlen sprechen für sich: sieben Pro-Bowl-Auswahlen, zweimal Defensive Player of the Year, zweimal First-Team All-Pro. Und trotzdem nur drei Playoff-Spiele. Das ist die gebrochene Bilanz, die Garretts Abschied so bitter macht. Rekorde ohne Ringe – das ist wie ein Ferrarischild auf einem Fahrrad.

Los angeles reibt sich die hände
Die Rams waren nur vier Punkte vom Super Bowl entfernt, unterlagen im NFC Championship Game 27:31 gegen Seattle. Mit Garrett im Linebacker-Korridor bekommt Defensive Coordinator Raheem Morris endlich den Hybriden, der Quarterbacks Albträume und Statistiker Tabellenkalkulationen nennt.
Cleveland erhält dafür Jared Verse, Rookie of the Year 2024, dazu einen First-Round Pick 2027, einen Second 2028 und einen Third 2029. Ein Paket, das auf dem Papier stolz wirkt – doch Verse tritt in Fußstapfen, die inzwischen Monument-Größe haben.

Was bleibt, sind bilder
Garretts letzter Heimspiel-Sack im Stadion, das nach seinem Rekord-Sack im Dezember 2025 nur noch „M-G!“-Rufe kannte. Die Kinder, die mit seiner Trikot-Nummer 95 im Gesicht laufen. Die Graffiti-Wand an der Euclid Avenue, wo jemand sprayte: Garrett ist Cleveland.
Heute wird diese Wand wohl übermalt. Und irgendwo in Los Angeles hängt bereits ein neues Trikot in einer Umkleidekabine, bereit für die erste Pressekonferenz. Garrett wird lächeln, die Rams-Fans werden jubeln. Aber tief im Inneren wird ein Teil von ihm immer die graue Skyline über dem Lake Erie sehen.
Neun Jahre, 143 Spiele, eine Stadt, die ihn nie vergessen wird. Und eine neue, die sich fragt, ob sie ihn verdient hat.
