Musiala: nach pokal-heldentat droht neue hürde?
Leverkusen – Jamal Musiala, der strahlende Held des DFB-Pokal-Halbfinales, muss sich kaum eine Pause gönnen. Kaum hatte der junge Star Bayerns mit einem brillanten Assist und unermüdlichem Einsatz zum 2:0-Sieg beigetragen, steht die nächste, vielleicht sogar größere Herausforderung an: Das Champions-League-Halbfinale gegen Paris Saint-Germain. Doch ein müdes Antreten in den Katakomben des BayArena ließ Fragen aufkommen.
Die form stimmt – aber wie sieht es mit der fitness aus?
Die Leistung von Musiala im Pokalspiel war beeindruckend. Er schaltete sich immer wieder ins Spiel ein, eröffnete neue Angriffspfade und zeigte eine beeindruckende Arbeitsmoral. Vincent Kompany lobte ihn überschwänglich: „Das können nicht viele Spieler.“ Tatsächlich scheint der 21-Jährige in den letzten Wochen eine neue Reife an den Tag zu legen. Die Spielfreude, die ihm nach seiner schweren Sprunggelenksverletzung lange gefehlt hatte, ist wiederzuerkennen. Die Zahlen sprechen für sich: Zehn Scorerpunkte in rund 700 Einsatzminuten – eine beachtliche Bilanz, besonders wenn man bedenkt, dass ein Teil davon in Phasen entstand, in denen er sich noch nicht ganz fit fühlte.
Doch die Bilder nach dem Spiel malten ein anderes Bild. Musiala humpelte durch die Katakomben, sichtlich erschöpft. Präsident Herbert Hainer betonte zwar, es handele sich lediglich um Müdigkeit, doch die Szene nährte die Sorgen um seinen Zustand. Die Frage ist: Kann er diese Leistung gegen Paris wiederbringen, ohne seine angeschlagene Physis zu überlasten?

Gnabrys abgang – musialas chance im zentrum?
Serge Gnabrys Abschied hinterlässt eine Lücke im Bayern-Team – eine Lücke, die Musiala nun potenziell füllen könnte. Gnabry war bekannt für seine Unberechenbarkeit und seine Fähigkeit, Räume zu öffnen. Kompanys Spielstil passt perfekt zu Musialas Stärken. Er ist nun gefordert, diese Rolle zu übernehmen und das Pariser Mittelfeldzentrum ähnlich kaltzustellen, wie es Gnabry und Co. im November gelungen waren. Es ist seine Chance, sich als zentraler Baustein der Bayern-Mannschaft zu etablieren.
Max Eberl, der neue Sportvorstand, scheint jedoch keine größeren Bedenken zu haben. Er betonte Musialas Einsatzbereitschaft und seinen unbedingten Willen, für die Mannschaft zu kämpfen. „Wie oft ist er heute gegrätscht? Vier, fünf Mal?“, fragte er rhetorisch, um zu verdeutlichen, dass der junge Star bereit ist, sich auch körperlich anzustrengen.
Es bleibt abzuwarten, ob Musiala die körperliche und mentale Belastung des Champions-League-Halbfinales stemmen kann. Doch eines ist klar: Bayern wird ihn brauchen, wenn es im Kampf um den Titel bestehen will. Das Finale winkt – und mit ihm die Chance, eine weitere Legende in die eigene Karrieregeschichte zu schreiben.
